Dienstag, 03. März 2015

Neuer Wobi-Chef "ist ein erfahrener Manager"

Die Landesregierung hat sich am Dienstag darauf verständigt, dass Heiner Schweigkofler die Nachfolge von Konrad Pfitscher als Präsident des Wohnbauinstituts antreten wird.

Heiner Schweigkofler
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Heiner Schweigkofler

Nachdem Konrad Pfitscher im Herbst 2014 zum Bürgermeister von St. Leonhard in Passeier gekürt worden war, suchte das Wohnbauinstitut fieberhaft nach einem neuen Präsidenten. Nun ist die Entscheidung gefallen.

Neuer „Wobi“-Chef wird ein bekanntes Südtiroler Gesicht: Mit Beginn des neuen Jahres hatte Heiner Schweigkofler angekündigt, der Caritas nicht länger als Direktor vorstehen zu werden. Mit Juni scheidet er aus seinem Amt aus – um gleich darauf, ein neues, wichtiges zu übernehmen: Wie am Dienstag bekannt wurde, wird Schweigkofler der neue Chef des Wohnbauinstitutes.

Der restliche Verwaltungsrat des Wobi bestehend aus dem Vizepräsidenten Renzo Caramaschi und Manuela Paulmichl wurde wiederbestätigt. 

"Mit Schweigkofler übernimmt eine hochkarätige und kompetente Persönlichkeit die Führung des Wobi", so Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Schweigkofler konnte in den vergangenen 13 Jahren als Direktor der Caritas der Diözese Bozen-Brixen Erfahrungen in einer ähnlichen Position sammeln.

Tommasini hat Schweigkofler ins Rennen gebracht

Landesrat Christian Tommasini hat den Vorschlag zur Ernennung Schweigkoflers eingebracht. 

"Die Ernennung von Heiner Scheigkofler ist ein wichtiges Signal", erklärte Landesrat Tommasini, "denn er ist zugleich ein erfahrener Manager und Experte im Bereich der Sozialpolitik. Er wird das Wobi in die Zukunft führen. Wir möchten, dass das Wohnbauinstitut sich vermehrt auf die Verwaltung der Wohnungen konzentriert und offen für die Bedürfnisse der Bewohner ist."

Es genüge nicht, weiterhin einfach nur qualitativ hochwertige Wohnungen zu bauen, sondern die Menschen, die in Wobi-Wohnungen leben, sollten auch dabei unterstützt werden, ein besseren Zusammenleben aufzubauen und die sozialen Kontakte zu pflegen, so Landesrat Tommasini. 

Langes Warten auf neuen Präsidenten

Rückblick: Dass es durchaus funktionieren kann, den Chefsessel in der Gemeinde und beim Wohnbauinstitut zur gleichen Zeit innezuhaben, hat Albert Pürgstaller, Bürgermeister von Brixen, gezeigt. Für Konrad Pfitscher war dies allerdings kein gangbarer Weg.

Schon vor seiner Wahl zum Bürgermeister von St. Leonhard - Oswald Tschöll war Monate zuvor tragisch verstorben - stellte er klar, dass er, im Falle einer Wahl, dem Wobi nicht länger vorstehen könne. „Sobald die Landesregierung einen Nachfolger ernannt hat, lege ich die Präsidentschaft sofort zurück“, kündigte Pfitscher bereits Ende November in einem "Dolomiten"-Interview an. 

Dann allerdings kam das große Warten: Das Wohnbauinstitut ist eine Domäne der SVP-Arbeitnehmer. Und der linke Flügel der Partei brachte schon bald einige Namen ins Rennen, doch die Entscheidung zog sich hin.

Schweigkofler leitete Caritas über zehn Jahre

Schweigkofler ist ein bekanntes Südtiroler Gesicht, besonders im sozialen Bereich. 13 Jahre leitete er als Direktor die Geschicke der Caritas der Diözese Bozen-Brixen, bis er Mitte Januar 2015 seinen Rücktritt von diesem Posten ankündigte.

Er wolle sich beruflich neu orientieren, hieß es damals. "Ich bin in einem Alter, wo ich noch etwas Neues beginnen kann", meinte der 48-Jährige auf der Pressekonferenz Mitte Januar. Ein neues Arbeitsangebot habe er noch nicht, unterstrich er. Beim Wohnbauinstitut ist Schweigkofler nun fündig geworden.

Heiner Schweigkofler stammt aus Tscherms. Er studierte Pädagogik und Philosophie in Wien, absolvierte zudem den Master in Sozialmanagement in München. Anfang der 90er kam er über den Zivildienst zur Caritas, 2002 ernannte ihn Bischof Wilhelm Egger zum Direktor. 

Herr über 13.500 Wohungen

Das Wobi verwaltet über 13.500 Wohnungen. Angesichts beschränkter Geldmittel gelte es, in Zukunft noch mehr auf eine effiziente Verwaltung zu achten, so die Landesregierung.

Zu diesem Zweck sollen auch neue Prioritäten festgelegt werden. Primäre Aufgabe des Wobi werde die Verwaltung der Wohnungen, der Anträge sowie der Zuweisung von Wohnungen sein. Außerdem stelle es die erste Anlaufstelle für die Bewohner dar. Die eigenen Ressourcen sollen sich in erster Linie auf diese Bereiche konzentrieren, um besser auf die Bedürfnisse einer ständig komplexer werdenden und sich im Wandel befindlichen Gesellschaft eingehen zu können.

Landeshauptmann Kompatscher hat dem scheidenden Präsidenten, Konrad Pfitscher, für die in den vergangenen vier Jahren geleistete Arbeit an der Spitze des Wohnbauinstituts gedankt.  

stol/bv

stol