In den offiziell gelisteten Messstellen in Südtirol tauchen Werte über dem Nitrat-Grenzwert von 50 mg/l nicht auf. Ein Satz von Umweltlandesrat Giuliano Vettorato in der Antwort auf eine entsprechende Anfrage im Landtag birgt Sprengstoff und wirft Fragen auf. <BR /><BR />Schon 2020 hat Freiheitlichen-Obmann Andreas Leiter Reber sich immer die Nitratwerte der Südtiroler Messstellen (Tiefbrunnen, Quellen, Oberflächenwasser) im Land per Landtagsanfrage zuschicken lassen. Bekommen hat er sie wenig nutzerfreundlich als ellenlange Liste mit den Geodaten (!) der Messstellen. Für 2019, so Vettorato, gab es 65 Messstellen für Grundwasser, vor 2019 waren dies 34. <BR /><BR />An keiner Messstelle und bei keiner Messung seit 2005 tauchen Werte über dem EU-Grenzwert von 50 mg/l auf. An einigen Stellen kommt man mit Werten bis zu 49 mg/l allerdings nahe dran. Und ein Blick auf die Zeitkurve : Hier gehen die Nitratwerte – trotz der gesetzten Maßnahmen des Landes – nicht zurück. Dennoch: Auf diesen Listen ist alles bestens. <h3> Wird an „sauberen“ Stellen gemessen?</h3>Doch stehen die Messstellen tatsächlich an kritischen Stellen (Hauptverursacher der Nitratbelastung ist die Landwirtschaft mit dem Ausbringen von Dung und Dünger)? Zumindest sind es nicht alle Messstellen, die es im Land gibt. Der Landtagsabgeordnete Leiter Reber hatte davon erfahren und daher Anfang diesen Monats eine weitere Anfrage in Sachen Nitrat-Messungen nachgeschickt. <BR /><BR />Darin fand sich unter anderem folgende Frage: „Ist der Abteilung 31 der Landesverwaltung bekannt, dass in den letzten Jahren Wasserproben entnommen wurden, bei denen Nitratmengen von über 200 mg/l gemessen wurden, diese Messpunkte aber nicht gelistet werden, da sie nicht zu den offiziellen Messpunkten zählen?“ „Das wäre das Vierfache des erlaubten Wertes“, sagt ein alarmierter Leiter Reber. <BR /><BR /><embed id="dtext86-57147862_quote" /><BR /><BR />Die neuerliche Antwort des Umweltlandesrates konnte ihn nicht beruhigen. Denn im Schreiben des Landesrates heißt es in Beantwortung dieser Frage: „An weiteren Messstellen im Einzugsgebiet von Bruneck wurden bisher Nitratkonzentrationen über 50 mg/l gefunden. Die Ergebnisse der Analysen wurden mit den Landwirten im Rahmen von Informationsveranstaltungen und mit den zuständigen Ämtern diskutiert.“<BR /><BR /> „Wie hoch die gemessenen Werte waren, wo diese Messstellen sind, wie viele, wie oft der Grenzwert überstiegen wurde und warum die Stellen in den offiziellen Listen nicht aufgenommen sind – auf all das will ich Antworten“, ärgert sich Leiter Reber – der bereits die nächste Anfrage hinterlegt hat.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="837398_image" /></div> <BR />