Dienstag, 19. Mai 2015

Notruf unter dieser Nummer

200.000 Anrufe im Jahr, 550 pro Tag gehen derzeit bei den Notrufnummern 112, 113, 115 und 118 in Südtirol ein. "Es ist nun politisch abgeklärt", sagt Zivilschutzlandesrat Arnold Schuler, "dass die 112 - wie europaweit vorgesehen - als einheitliche Notrufnummer eingeführt wird."

Die 112 soll einheitliche Notrufnummer werden: auch in Südtirol.
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Die 112 soll einheitliche Notrufnummer werden: auch in Südtirol.

Dazu hatte es mehrfach Treffen im Innenministerium, mit dem Regierungskommissariat und den Carabinieri gegeben.

Auch in kleiner Region - Start noch nicht fix

Ursprünglich hatte es noch geheißen, dass eine einheitliche 112er-Nummer nur in Regionen umgesetzt werden kann, die dreieinhalb Millionen Einwohner aufweisen. "Nun", freut sich Landesrat Schuler, "haben wir erreicht, dass in der Region Trentino-Südtirol eine Million Einwohner dafür genügt".

Mit der Einführung der einheitlichen Nummer werden die Synergien im Rettungsbereich noch besser genutzt, da die Abläufe schneller und effizienter werden, unterstreicht Schuler. Für den 16. Juni ist ein weiteres Treffen auch mit Vertretern staatlicher Stellen anberaumt.

118, 115, 113 und 112: Wer geht ran?

Derzeit sind in Südtirol vier verschiedene Notrufnummern aktiv: 118 für den sanitären Notruf und 115 für den Feuerwehrnotruf, beide Nummern laufen in der Landesnotrufzentrale zusammen, wo 15 Krankenpfleger die Notfallmeldungen entgegen nehmen (Call Taking) und 15 Sanitäter den Einsatz umsetzen (Dispatch). 

Unter der Nummer 113 antwortet die Staatspolizei. Wählt man die Nummer 112, wird man mit den Carabinieri verbunden.

Eine einheitliche Notrufnummer gibt es bis jetzt in Süd- wie in Nordtirol noch nicht. 

Zusammenarbeit mit Innsbruck

Mit Gesundheitslandesrätin Martha Stocker und Primar Manfred Brandstätter, dem Leiter des Südtiroler Landesnotfalldienstes, hat sich Landesrat Schuler am Montag in Innsbruck über den Aufbau der Leitstelle und die Ausbildung der Mitarbeiter kundig gemacht.

 

Wie funktioniert die Leitstelle jenseits des Brenners? Geschäftsführer Bernd Noggler (Mitte) mit Landesrätin Martha Stocker und Landesrat Arnold Schuler.

 

314.000 Ereignisse wurden dort im vergangenen Jahr gezählt, das sind durchschnittlich 1050 am Tag; 420.000 Anrufe wurden entgegen genommen, 61 Prozent der Notrufe erfolgen via Mobiltelefon.

Die gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Landesnotrufzentrale in Bozen wurde in Innsbruck lobend erwähnt: An die 40 bis 50 gemeinsame Einsätze werden jährlich durchgeführt, zwei Drittel davon im Alpinbereich, ein Drittel im Rettungsdienst.

Errichtung einer zentralen Leitstelle 

"Großkatastrophen wie das Lawinenunglück in Galtür 1999", berichtete der Landtagsvizepräsident und stellvertretende Landesleiter der Bergrettung Anton Mattle, "haben die Notwendigkeit einer integrierten und überregional abgestimmten Einsatzkoordination für Tirol aufgezeigt und zur Errichtung dieser zentralen Leitstelle geführt".

Die Leitstelle Tirol alarmiert alle Einsatzorganisationen in Tirol mit Ausnahme der Polizei. Sie ist unter den Nummer 122 (Feuerwehr), 140 (Bergrettung) und 144 (Rettungsdienste) erreichbar, dazu kommt noch die Nummer für auftragsmäßige Krankentransporte. 

stol

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