Mittwoch, 04. November 2015

OECD: Lebenserwartung steigt jährlich um einige Monate

Die Lebenserwartung der Menschen in den Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist seit 1970 um zehn Jahre gestiegen.

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Im Jahr 2013 lag in den 34 OECD-Mitgliedstaaten die Lebenserwartung zur Geburt im Schnitt bei 80,5 Jahren, teilte die Organisation am Mittwoch mit.

Gemäß ihrem neuen Bericht zur Gesundheitslage steigt die Lebenserwartung jedes Jahr um drei oder vier Monate und „nichts deutet auf eine Verlangsamung hin“. 

Der OECD gehören neben den Industrieländern in Europa und Nordamerika auch eine Reihe von Schwellenländern an wie Mexiko, Chile und die Türkei. Laut der OECD erklärt sich der Anstieg der Lebenserwartung durch die „Verbesserung des Lebensstils“, bessere Bildung und Fortschritte bei der Gesundheitsversorgung.

Italien liegt in der Lebenserwartung auf Rang 4

Allerdings ist die Lebenserwartung sehr unterschiedlich je nach Land, und auch zwischen den Geschlechtern gibt es Differenzen. Spitzenreiter ist Japan mit 83,4 Jahren, gefolgt von Spanien, der Schweiz, Italien und Frankreich.

Das Schlusslicht bildet Mexiko mit 74,6 Jahren hinter Ungarn, der Slowakei und der Türkei. Laut der OECD sind für die niedrige Lebenserwartung in Mexiko vor allem das verbreitete Übergewicht aufgrund einer falschen Ernährungsweise verantwortlich sowie die „sehr hohe“ Zahl von Morden und Verkehrsunfällen.

Bildungsstand sorgt für großen Unterschied in Lebenserwartung

Die USA liegen mit einem Durchschnittsalter von 78,8 Jahren auf dem 28. Platz und verzeichneten seit 1970 nur einen moderaten Anstieg der Lebenserwartung. Die Gründe sind hier ebenfalls Übergewicht, Drogenmissbrauch, Verkehrsunfälle und Morde.

Große Unterschiede gibt es weiterhin bei der Lebenserwartung von Männern und Frauen, auch wenn der Abstand in den vergangenen Jahrzehnten wieder kleiner wurde. Während Frauen im Schnitt der OECD-Länder auf 83,1 Jahre kommen, können Männer nur mit 77,8 Jahren rechnen.

Neben dem Geschlecht hängt die Lebenserwartung auch stark vom Bildungsstand ab: Menschen mit dem höchsten Bildungsstand leben demnach sechs Jahre länger als jene mit dem niedrigsten Niveau. In Osteuropa kann die Differenz bei Männern sogar mehr als zehn Jahre erreichen.

apa/afp

stol