Montag, 18. März 2019

Ötzi: Entscheidung der Kommission nicht verbindlich

Wenn es nach der Expertenkommission des Landes geht, sollte die Gletschermumie Ötzi künftig in einem Museum am Virgl untergebracht werden – so, wie es das Projekt des österreichischen Investors René Benko vorsieht. Die Entscheidung ist jedoch nicht verbindlich.

Das Ötzi-Projekt von Snøhetta auf dem Bozner Hausberg Virgl hat die volle Punktezahl in der Marktanalyse erhalten. - Foto: Aerial
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Das Ötzi-Projekt von Snøhetta auf dem Bozner Hausberg Virgl hat die volle Punktezahl in der Marktanalyse erhalten. - Foto: Aerial

Insgesamt 3 Vorschläge waren für das neue Zuhause des Publikumsmagneten Ötzi eingereicht worden: Benkos Vorschlag für den Virgl, außerdem das Projekt der Athesia Buch AG in der Museumstraße und jenes von Generalbau rund um Pietro Tosolini, der die Gletschermumie künftig im Gebäude neben dem heutigen Stadtmuseum unterbringen würde.

Eine nicht bindende Marktanalyse zum Museumsquartier in Bozen hatte am Montag zum Ergebnis, dass das von Benko eingereichte Projekt nach den von der Wettbewerbskommission – bestehend aus Experten der Urbanistik, dem Tourismus und der Architektur sowie der Museen – festgelegten Kritierien am geeignetsten wäre.

Wichtige Kriterien

Wichtigste Kriterien waren dabei die Qualität der Idee, wie viel Kubatur auf am angebotenen Standort verwirklicht werden kann und auch das finanzielle Angebot.

Von den möglichen 100 Punkten hat das Projekt der Viva Virgolo AG von Benko die volle Punktezahl erreicht, das Projekt der Athesia Buch AG schaffte es auf Platz 2 mit 57,04 Punkten. Das Projekt von Tolosini musste aufgrund eines Formfehlers ausgeschlossen werden.

„Keiner der beiden Vorschläge zwingend“

Die Analyse ist jedoch noch keine endgültige Entscheidung, wie auch Landeshauptmann Arno Kompatscher betonte. Es handle sich bei den veröffentlichten Ergebnissen um eine völlig unverbindliche Marktrecherche, die zum Ziel hatte, zu erheben, ob es Flächen bzw. Gebäude gibt, welche von Privaten freiwillig für ein neues Ötzi-Museum zur Verfügung gestellt würden.

„Das bedeutet nicht, dass eines der beiden bewerteten Angebote angenommen werden muss“, unterstrich Kompatscher. „Möglich sind immer noch die Weiterführung des bestehenden Standortes oder die Ausweisung einer nochmals anderen Fläche im Bauleitplan mit der Möglichkeit der Enteignung.“

„Südtirol Heute“ hat ebenfalls davon berichtet.

„Ich frage mich, ob die Bürger von Bozen dies überhaupt wollen“

Vize-Bürgermeister Christoph Baur antwortete auf die Fragen der anwesenden Medienvertretern zum Ausgang des Landeswettbewerbes bzw. Marktforschung zur Neugestaltung eines Museumsquartiers, bei dem die Expertenkommission des Landes den eingereichten Vorschlag der Signa-Gruppe mit 100 von 100 möglichen Punkten bewertet hat. 

„Der Ausgang der Bewertung war in gewisser Weise zu erwarten, er ist aber nicht verbindlich“, so Baur. „Landeshauptman Kompatscher hat mir vor einiger Zeit mitgeteilt und klar gestellt, dass der Virgl nicht der richtige Standort für das Archäologiemuseum ist. Deshalb glaube ich, dass diese Entscheidung jetzt nicht sehr viel Neues bringt. Die Entscheidung liegt nicht bei mir, aber das ex-INA-Gebäude wäre meines Erachtens ein guter Standort und eine gute Möglichkeit Synergien mit dem Stadtmuseum zu schaffen und gemeinsame Strukturen und Konzepte aufzubauen.“

Der Virgl sollte laut dem derzeitigen Bauleitplan ein ruhiger Platz für Bozner Bürger werden. Wenn man diesen Platz für entsprechende touristische Zwecke bestimmen möchte, dann bräuchte es eine Bauleitplanänderung und eine große Diskussion, da der Virgl unter anderem dem Ensembleschutz unterworfen ist. „Ich frage mich, ob die Bürger von Bozen dies überhaupt wollen.“ sagte Vize-Bürgermeister Baur.

stol/lpa

stol