Bürgermeister Thomas Schuster schickt voraus: „Hier geht es nicht um eine Erschließung, denn erschlossen ist der Pass bereits. Es geht um Infrastrukturen, die aus Sicherheits- und Hygienegründen unbedingt notwendig sind.“ So sei der Pass jedenfalls „keine Visitenkarte“. <h3> Wartezeit von bis zu 45 Minuten überbrücken</h3>Konkret geht es um eine Toilettenanlage, die allein deshalb schon notwendig ist, weil auf Südtiroler Seite nur Einbahnverkehr möglich ist und deshalb am Pass (so wie auch beim Antholzer See) bis zu 45 Minuten abzuwarten sind, bis die Ampel auf Grün schaltet und die Durchfahrt im 15-Minuten-Zeitfenster erlaubt. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1013805_image" /></div> <BR /><BR />„Während dieser Wartezeit entstehen gewisse Bedürfnisse“, erklärt der Bürgermeister. Bisher wurde den Durchreisenden in diesem und anderen Anliegen in der „Hexenschenke“, der kleinen Hütte direkt an der Ampel, geholfen. Doch heuer bleibt die Hütte geschlossen. Der langjährige Pächter geht in Pension, einen Nachfolger gibt es (vorerst) nicht. <BR /><BR /><embed id="dtext86-64131666_quote" /><BR /><BR />Damit wird ein Problem akut, dass dies- und jenseits des Sattels immer wieder Thema ist: Dort oben gibt es keinen Strom – weder von Südtiroler noch von Osttiroler Seite – und auch keinen Anschluss an das Abwasserkanalnetz. Das stille Örtchen funktioniert nur mit Klärgrube, und die elektrische Energie kommt von 6 bis 7 Aggregaten und beim Gasthaus Obersee von einem privaten Wasserkraftwerk. Nicht die besten Voraussetzungen für eine angemessene Toilettenanlage am Sattel. <BR /><BR />Gespräche laufen, ob das von außen zugängliche WC bei der „Hexenschenke“ geöffnet werden könne, auch wenn die Hütte zu ist. „Diese Toilette ist minimalistisch, weil sie nur für die Hütte gedacht war und nicht als Sanitäreinrichtung an einer Straße, die im Sommer von immer mehr Pkw, Motorrädern und Rädern genutzt wird“, sagt Schuster. <h3> Stromversorgung und Abwasserentsorgung angehen</h3>Erschwerend kommt hinzu, dass es sich beim betreffenden Grundstück auf Südtiroler Seite zwar um eine öffentliche Zone, aber mit Privatinitiative handelt. Diese verpflichtet den Privaten, über eine Vereinbarung mit der Gemeinde im Gegenzug für die Einnahmen, die er erwirtschaften kann, bestimmte Dienstleistungen für die Öffentlichkeit zu erbringen. Damit sieht sich die Gemeinde nicht in erster Linie in der Pflicht. Ziel sei es aber, ab Ende Mai zumindest eine Sanitäranlage am Pass öffnen zu können, erklärt Schuster. <BR /><BR /><BR /><BR />Mittel- und langfristig sei auch die Stromversorgung und Abwasserentsorgung am Sattel anzugehen. Dabei wäre eine länderübergreifende Lösung sinnvoll, was bei unterschiedlichen Stromnetzen aber schwierig sei. Schon allein dies verlangt, dass sich auch die Landesverwaltung einbringt. Außerdem könne die Finanzierung nicht nur aus dem Gemeindetopf kommen, stellt Schuster klar.<BR /><BR /> Und schließlich müsse auch die Finanzpolizei miteinbezogen werden, die am Pass eine Kaserne habe. „Das alles spricht nicht für eine schnelle Lösung, aber irgendwann werden wir das Projekt angehen müssen“, sagt der Bürgermeister.