Die Idee zu diesem Radweg gibt es schon länger. Im etwa 100-seitigen technischen Bericht zur Errichtung der 2 Kreisverkehre in Rasen wird der Radweg dann festgeschrieben. <BR /><BR />Der Olanger Gemeinderat stimmt im April 2023 dem Bericht zu – mit der hauchdünnen Mehrheit von nur einer Stimme. Allerdings dürfte die Abstimmung wohl vor allem vom Bau der Kreisverkehre bestimmt gewesen sein und weniger vom Radweg zum Bahnhof, vermuten die Trassengegner.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1017756_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Im August 2023 wird den Anrainern dann die vom Land ins Auge gefasste West-Variante vorgestellt. „In Einzelgesprächen“, wie die Anrainer hinweisen. Um ihren Vorbehalten Gewicht zu verleihen, schließen sie sich daraufhin zu einer Interessensgemeinschaft zusammen.<BR /><BR />Es folgen ein Lokalaugenschein mit einem Techniker des Landes sowie Treffen mit Vertretern beider Gemeinden. Auch eine Arbeitsgruppe wird ins Leben gerufen, welche alle 3 Trassenvarianten analysieren will. Als dritte Variante ist eine 120 bis 140 Meter lange Brücke über die Rienzschlucht hinzugekommen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-64291399_quote" /><BR /><BR />„Ohne über die Ergebnisse informiert zu werden, haben wir Anrainer Mitte Februar von der Gemeinde die Mitteilung über die Eintragung der Trasse in den Bauleitplan erhalten“, erklärt Heinz-Karl Pircher für die Interessensgemeinschaft. <BR /><BR />Eingetragen wurde die West-Variante, die der SVP-Ortsausschuss mehrheitlich Anfang März abgelehnt habe, sagt Pircher. Einen Tag danach reicht die Interessensgemeinschaft Rekurs gegen die Bauleitplanänderung ein. Dessen Behandlung steht noch aus.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1017759_image" /></div> <BR /><BR />Doch warum lehnen die Anrainer die West-Variante des Radweges ab? Heinz-Karl Pircher listet insgesamt 17 Kritikpunkte auf, welche in der Analyse des Planungsbüros von Stefano Brunetti festgehalten sind. Dieses hat im Auftrag der Interessensgemeinschaft die West- und Ost-Variante untersucht und kommt dabei zum Schluss, dass die Verwirklichung des Anrainer-Vorschlages zum einen deutlich billiger sei. Der überschlägige Baukostenvergleich führt Baukosten von ca. 1,1 Mio. Euro für die West-Variante und ca. 500.000 Euro für die Ost-Variante an. Zum zweiten verlaufe die Ost-Variante über den derzeitigen Gehsteig und müsse lediglich erweitert und die derzeitige öffentliche Beleuchtung könne verwendet werden. Der Grundverbrauch sei bei der Ost-Variante zwar leicht höher, dafür sei diese als sicherer zu betrachten, weil weniger Zufahrten zu überqueren seien. <BR /><BR />„Insbesondere wird mit der Ost-Variante die Zufahrt zur Gewerbezone Prugger Säge ausgeschaltet“, erklärt Pircher. Die Säge sei derzeit zwar stillgelegt, hier solle aber ein Gewerbepark entstehen, der viel Verkehr verursache. „Und dieser müsste die Trasse queren.“ Und dann habe die West-Variante natürlich auch große Nachteile für die Anrainer, die dadurch einen großen Teil ihres Grundes verlieren würden, sagt Pircher.<BR /><BR /><embed id="dtext86-64291459_quote" /><BR /><BR />Beide Bürgermeister, Thomas Schuster von Rasen und Georg Reden von Olang, sprechen sich grundsätzlich für den Radweg zum Bahnhof aus. Die Bauleitplanänderung sei von Amts wegen erfolgt, erklärt Reden – und fügt an: „Dabei wurde die West-Variante eingetragen, weil diese vom Land als die beste erachtet wird, nachdem verschiedene Möglichkeiten geprüft wurden.“<BR /><BR />Für Schuster ist die im Bauleitplan eingetragene Variante hingegen nur eine der Möglichkeiten. „Es muss noch geklärt werden, welche insgesamt die beste Lösung ist“, meint Schuster. Es sei aber klar, dass jede Variante Vor- und Nachteile habe.<BR /><BR />Auch für Bürgermeister Reden ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, wenngleich er die West-Variante bevorzugt. „Die Ost-Variante ist für die Gemeinde generell kein Thema, weil sie zu viel Kulturgrund verbraucht.“ Zudem sei die Rienzbrücke ostseitig nicht erweiterbar, weshalb hier eine neue Brücke gebaut werden müsste. Die Problematik bei der Prugger Säge sieht er nicht: „Erstens steht diese derzeit still und zweitens ist hier noch nichts geplant.“<h3> Dritte Variante schon aus dem Rennen</h3>Einen großen Nachteil bei der Ost-Variante sieht Reden bei der Überquerung der Zufahrt zum Rasner Gewerbegebiet. „Hier ist das Verkehrsaufkommen um ein Vielfaches höher, als es je bei der Prugger Säge sein kann. Das eine Gebiet ist 30 Hektar groß, das andere nur 2 Hektar.“ Für die West-Variante spreche auch, dass der Grund an der Westseite der Straße teils unbrauchbar und vielfach im Besitz der Provinz sei.<BR /><BR />Die dritte Variante, die Radbrücke über die Rienzschlucht, ist für Reden indes schon jetzt aus dem Rennen. „Diese Variante ist wohl nicht finanzierbar und auch von den Umweltauflagen her kaum realisierbar.“<BR /><BR />Jedenfalls werde jetzt einmal die Prüfung der Varianten und auch der Ausgang der Rekurse abgewartet, und dann werde man weiterschauen, sagt Georg Reden. Ob dann noch genügend Zeit für die Verwirklichung des Radweges mit Olympiageldern bleibe – der Bau müsste bis 2026 abgeschlossen sein –, werde man sehen.