Mittwoch, 10. April 2019

Paris: Betrüger gibt sich als Anschlagsopfer aus

Ein Franzose, der sich als Opfer der Pariser Terroranschläge vom November 2015 ausgegeben hat, ist zu 2 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Paris befand den 44-Jährigen am Dienstagabend für schuldig. Ein Jahr der Haftstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der Mann hatte versucht, sich Geld aus einem staatlichen Opferfonds zu erschleichen.

Der Mann, der sich als Anschlagsopfer von Paris ausgegeben hat, muss nun mit einer Haftstrafe von 2 Jahren büßen.
Der Mann, der sich als Anschlagsopfer von Paris ausgegeben hat, muss nun mit einer Haftstrafe von 2 Jahren büßen. - Foto: © shutterstock

Islamisten hatten im November 2015 in Bars, Restaurants und im Musikklub Bataclan in Paris insgesamt 130 Menschen getötet. Der jetzt verurteilte Mann hatte behauptet, den Anschlag auf ein kambodschanisches Restaurant überlebt zu haben, bei dem 3 Menschen starben.

Ermittler fanden heraus, dass er in Wahrheit zur Tatzeit zu Hause Fußball geguckt hatte.

Fall ist keine Seltenheit

Der Angeklagte begründete sein Handeln damit, dass er bei den Anschlägen auf eine Pariser U-Bahn im Jahr 1995 ein Trauma erlitten habe. Algerische Terroristen töteten damals 8 Menschen. Sein Trauma sei vom Staat nicht voll anerkannt worden, sagte der Mann. Er habe keine ausreichende psychologische Betreuung erhalten.

Der 44-Jährige wurde damals mit 108.000 Euro entschädigt. Mehr als ein Dutzend Menschen wurden inzwischen wegen versuchten Betrugs im Zusammenhang mit Opfer-Entschädigungen nach den Pariser Anschlägen verurteilt.

apa/afp

stol