Dienstag, 14. Mai 2019

Passau: Staatsanwaltschaft sieht Tötung auf Verlangen

5 Leichen und 3 Armbrüste, eine einsame Pension und eine Wohnung – das sind die Eckdaten eines mysteriösen Kriminalfalles, der sich über drei Bundesländer erstreckt. Die Obduktion hat zumindest etwas Licht ins Dunkel gebracht.

Die Leiche wurden in dieser Pension entdeckt. - Foto: APA (dpa)
Die Leiche wurden in dieser Pension entdeckt. - Foto: APA (dpa)

Im Fall der 3 in einer Passauer Pension mit Armbrustpfeilen getöteten Menschen geht die Staatsanwaltschaft von Tötung auf Verlangen beziehungsweise Suizid aus. Die Tötung auf Verlangen ist ein Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch.Dieser ist anwendbar, wenn der Getötete vom Täter ausdrücklich und ernsthaft verlangt hat, ihn zu töten. 

Die Staastsanwaltschaft gibt weiterhin keine Hinweise darauf, dass eine vierte Person an dem Geschehen beteiligt gewesen sein könnte, sagte am Dienstag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Passau. Unklar ist nach wie vor, wie die 2 am Montag in einer Wohnung im niedersächsischen Wittingen tot gefundenen Frauen ums Leben kamen – und wie die Fälle genau zusammenhängen.

Die Obduktion der Leichen aus Passau ergab, dass ein 53-jähriger Mann und eine 33-jährige Frau, die Hand in Hand in einem Bett lagen, jeweils durch einen Schuss ins Herz getötet wurden. Bei einer 30-Jährigen, die in dem Zimmer auf dem Boden lag, sei ein Schuss in den Hals sofort tödlich gewesen. Es deute alles darauf hin, dass die 30-Jährige erst die beiden anderen und dann sich selbst erschossen habe. Man könne das Geschehen auch als erweiterten Suizid betrachten.

Junge Frau schoss die Pfeile ab

Die beiden Leichen im Bett hätten weitere Pfeile aufgewiesen, die den Erkenntnissen nach jedoch erst nach den tödlichen Schüssen ins Herz abgeschossen worden seien. Bei keiner der 3 Leichen gebe es Kampf- oder Abwehrspuren. Zudem seien in dem Pensionszimmer 2 Testamente gefunden worden, die von den beiden im Bett liegenden Personen stammten, sagte der Sprecher.

Das Ergebnis der Obduktion der beiden getöteten Frauen in Wittingen stand am Dienstagmittag noch aus. In der Wohnung wurden – anders als in Passau – laut Polizei keine Armbrüste oder Pfeile gefunden. Die Leichen lagen in der Wohnung der 30-Jährigen, die in Passau starb. Den Erkenntnissen nach handelte es sich bei einer der beiden Frauen um deren Lebensgefährtin.

Der 53-Jährige und die 33-Jährige waren in einer Gemeinde im Westerwald in Rheinland-Pfalz gemeldet. Vor der Pension in Passau, in der sich beiden gemeinsam mit der 30-Jährigen am Freitag eingemietet hatten, stellte die Polizei das Auto der 33-Jährigen sicher. Der weiße Pick-Up werde noch untersucht.

dpa/stol

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