Mittwoch, 27. September 2017

Patienten in Pflegeheim gequält: Zwei Festnahmen

In dem seit Oktober 2016 laufenden Ermittlungsverfahren gegen fünf ehemalige Pflegekräfte eines Pflegeheims in Kirchstetten (Bezirk St. Pölten-Land) sind am Mittwoch zwei Festnahmen erfolgt. Es habe Tatbegehungsgefahr bestanden, teilte der St. Pöltner Staatsanwalt Karl Wurzer auf Anfrage mit.

Die beiden Täter waren im selben Pflegeheim tätig. - Foto: APA
Die beiden Täter waren im selben Pflegeheim tätig. - Foto: APA

Die beiden Festgenommenen seien im selben Wiener Pflegeheim beschäftigt gewesen, so Wurzer zur APA. Der Anklagebehörde sei bekannt geworden, dass zwei der Beschuldigten wieder im Pflegebereich tätig gewesen seien. Daher sei die Festnahme angeordnet und Mittwochmittag vollzogen worden.

Sie hätten dabei - nach ihrer Entlassung in Kirchstetten im Oktober 2016 - wieder als Pfleger für alte, demente und pflegebedürftige Menschen gearbeitet. Deshalb habe Tatbegehungsgefahr bestanden.

Zahlreiche Zeugen vernommen

Die Festgenommenen würden die ihnen vorgeworfenen Tathandlungen bestreiten und Verleumdung geltend machen. Das Quintett stehe im Verdacht, im Rahmen der pflegerischen Tätigkeit Heimbewohner gequält und vernachlässigt und strafbare Handlungen gegen deren sexuelle Integrität und Selbstbestimmungen begangen zu haben. „Im Rahmen umfangreicher Ermittlungen wurden und werden zahlreiche Personen als Zeugen vernommen”, heißt es bei der Staatsanwaltschaft.

”Zur weiteren Abklärung der Tatvorwürfe wurde auch ein gerichtsmedizinischer Sachverständiger damit beauftragt, die Heimbewohner zu begutachten und allfällige Gesundheitsschädigungen als Folgen der Taten festzustellen.” Die Ermittlungen hätten - auch nach Rücksprache mit dem Gutachter - bisher „keinerlei Hinweise auf vorsätzliche oder fahrlässige Tötungsdelikte zum Nachteil von Heimbewohnern” ergeben, teilte Bien mit.

apa

stol