Donnerstag, 10. August 2017

"Pestizidtirol"? Südtirol kündigt rechtliche Schritte an

Eine imageschädigende Kampagne sorgt für Aufsehen. Südtirol wird auf groß angelegten Plakaten in München als "Pestizidtirol" verunglimpft. Dies will die Landesregierung nicht hinnehmen und kündigt rechtliche Schritte gegen das selbsternannte „Umweltinstitut München“ an.

Ein Ausschnitt des imageschädigenden Plakats.
Badge Local
Ein Ausschnitt des imageschädigenden Plakats.

Das selbsternannte „Umweltinstitut München e.V.“, ein privater Verein hat mit einer Kampagne zur "Pestizid"-Thematik Kritik und viel Zorn aus Südtirol auf sich gezogen. Südtirol wurde vom Verein in "Pestizidtirol" umgetauft (STOL hat berichtet).

Die Landesregierung will diese „imageschädigende Kampagne im Zusammenhang mit dem Pflanzenschutz in der Südtiroler Obstwirtschaft“ nicht akzeptieren.

„Wir werden es sicher nicht hinnehmen, dass Südtirol und die Südtiroler Obstwirtschaft verunglimpft werden“, unterstreichen Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler.

Die Anwaltschaft des Landes prüfe bereits die Möglichkeiten, um gegen den Münchner Verein, der als Urheber der Kampagne aufscheint, rechtlich vorzugehen.

Auch IDM setzt sich zur Wehr

Auch IDM-Präsident Hansi Pichler betont, dass man sich gegen die missbräuchliche Verwendung der Südtirol-Marke zur Wehr setzen werde: „Wir werden es nicht zulassen, dass der Name und die Marke Südtirol so beschädigt werden, zumal Tourismus und Landwirtschaft die Grundpfeiler der Südtiroler Wirtschaft sind.“

Lebensgrundlage für viele Südtiroler 

Obwohl nur auf rund 2,5 Prozent der Gesamtfläche Südtirols Obstbau betrieben wird, stellt die Südtiroler Obstwirtschaft für viele Südtiroler Familien eine traditionell gewachsene und wichtige Lebensgrundlage dar. Südtirol nimmt seit vielen Jahren in Bezug auf nachhaltigen Pflanzenschutz in Europa eine Vorreiterrolle ein.

„Mit rund 7500 Familienbetrieben mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 2,5 Hektar kann man nicht von industrieller Landwirtschaft sprechen“, betont Landesrat Schuler.

 stol/lpa

stol