Samstag, 28. Januar 2017

Piemont: Wegen Stillens des Postamts verwiesen

„Das ist doch das Natürlichste der Welt“, wundert sich Francesca Castelli. Am Freitag hatte sie ihrem kleinen Sohn Elia, drei Monate alt, in einem Postamt in einer Stadt in Piemont die Brust gegeben – und war daraufhin des Gebäudes verwiesen wurden. Stillen sei hier nicht erlaubt, hieß es. Nun schaltet sich die zuständige Ministerin ein.

Der Fall von Francesca Castelli und ihrem kleinen Bub Elia hat im Internet für viel Aufregung gesorgt.
Der Fall von Francesca Castelli und ihrem kleinen Bub Elia hat im Internet für viel Aufregung gesorgt. - Foto: © shutterstock

Das Kind mit dem Fläschchen zu füttern sei okay, ihm allerdings die Brust zu geben nicht, so hatte das Postamt in Biella, einer Stadt im Piemont, Mutter Castelli den Verweis begründet. „Das ist doch paradox“, wird die Mutter in der Samstagausgabe der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ zitiert. „Ich hatte doch noch nach einem Badezimmer gefragt, um meinen Kleinen zu stillen und ihm die Windeln zu wechseln. Da wurde mir allerdings erklärt, dass man dafür nicht ausgerüstet sei.“ So ein Postamt sei eben keine Bar.

Castelli – „ich weiß doch, dass es in Italien kein Stillverbot gibt und das gilt auch für öffentliche Gebäude“ – ließ ihrem Frust im Internet freien Lauf. Zahlreiche Frauen und Mütter teilten die Meinung der 30-jährigen Mutter. Und auch die Ministerin, die für die öffentliche Verwaltung zuständig ist, reagierte. In einem Tweet stärkte Marianna Madia Francesca Castelli den Rücken und kündigte eine entsprechende Verhaltensregel für die gesamte öffentliche Verwaltung an.

stol

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