Dienstag, 25. Juni 2019

Platter hält nach Juncker-Treffen „unverrückbar“ an Fahrverboten fest

Der Landeshauptmann des Bundeslandes Tirol, Günther Platter, hält nach einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker „unverrückbar“ an den umstrittenen Pkw-Fahrverboten und an der Lkw-Blockabfertigung fest. In der Frage der Ausweitung des Sektoralen Lkw-Fahrverbots kündigte Platter nach dem Gespräch am Dienstag in Brüssel an, er werde dies mit dem Landtag besprechen.

Günther Platter hält nach einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker „unverrückbar“ an den umstrittenen Pkw-Fahrverboten und an der Lkw-Blockabfertigung fest.
Günther Platter hält nach einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker „unverrückbar“ an den umstrittenen Pkw-Fahrverboten und an der Lkw-Blockabfertigung fest. - Foto: © shutterstock

„Die Position ist klar: Wir bleiben dabei, was diese Fahrverbote betrifft für Pkw, damit wir nicht einen kompletten Verkehrsstillstand in den Ortschaften haben. Wir bleiben dabei, dass die Blockabfertigung weiter fortgesetzt wird, weil wir es tun müssen. Beides ist EU-konform. Der Dialog hat aber stattzufinden“, sagte Platter. Er habe größtes Interesse daran, eine Korridormaut zustande zu bringen.

Platter berichtete von einem „sehr guten Gespräch“ mit Juncker. Die EU-Kommission äußerte sich nicht nach dem Treffen. Es sei „gut, einen Kommissionspräsidenten zu haben, der die Nordtiroler Situation kennt, aber auch die gesamte Verkehrsbelastung“, sagte Platter, der Junckers Ausführungen in dem Gespräch nicht weiter interpretieren will. „Natürlich hat der Kommissionspräsident Interesse daran, dass man nachbarschaftlich die Situation klärt.“ Eine in Deutschland erwogene Klage gegen die Nordtiroler Pkw-Fahrverbote müsse von Deutschland entschieden werden.

Einen weiteren Transitgipfel strebt Platter nicht an. „Ich bin der letzte, der große Gipfel ankündigt, da hat es genügend schon gegeben. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten Taten.“

Die Pkw-Fahrverbote seien nötig, um in den Ortschaften nicht Riesenstaus zu haben, welche die Verkehrs- und Versorgungssicherheit gefährden würden. In der Frage einer Korridormaut müsse sich Bayern bewegen, um die Strecke München-Verona weniger attraktiv für den Lkw-Güterverkehr zu machen, die Beförderung von Gütern auf der Straße sei zu billig. 40 Prozent des Lkw-Verkehrs wären durch entsprechende Maßnahmen vermeidbar, sagte Platter.

Des Bundesland Tirol will ab 1. Oktober auch Lkw der Euroklasse VI in das Sektorale Fahrverbot mitaufnehmen, wartet dafür aber noch auf Zustimmung der EU. „Ich werde diese Angelegenheit mit dem Verkehrsausschuss des Landtages besprechen und dort wird dann die weitere Vorgangsweise festgelegt“, sagte Platter. Auf die Frage, ob der Oktober haltbar sei, antwortete er: „Am Zeittermin ändert sich nichts, wir müssen ja bestimmte Fristen einhalten, das wird über den Oktober hinausgehen.“

apa

stol