Donnerstag, 09. Juni 2016

Polizist erschießt Migrant: Hunderte demonstrieren in Kalabrien

Circa 400 Migranten haben am Donnerstag in San Ferdinando in der süditalienischen Region Kalabrien demonstriert.

Foto: © LaPresse

Sie reagierten auf die Tötung eines Migranten aus Mali, der am Mittwoch von einem Polizisten erschossen worden war. Der Polizist war von dem Afrikaner bei einer Auseinandersetzung mit einem Messerstich verletzt worden.

Die Demonstranten versammelten sich vor dem Rathaus der Ortschaft und skandierten Slogans gegen die Polizei, der „Rassismus“ vorgeworfen wurde. Sie forderten Arbeit und mehr Rechte. Dabei kam es zu spannungsgeladenen Momenten, die jedoch nicht in Gewalt ausarteten, berichteten italienische Medien.

In einem Zeltlager in San Ferdinando nahe Rosarno in Kalabrien sind tausende Migranten und Flüchtlinge untergebracht, die überwiegend in der Landwirtschaft arbeiten. Der Bürgermeister von Rosarno, Giuseppe Ida, warnte vor der Gefahr einer Migrantenrevolte, wie jene, die 2010 ausgebrochen war. Damals waren bei zweitägigen Zusammenstößen zwischen Einwanderern und Einheimischen sowie Polizisten 67 Menschen verletzt worden. Mehr als tausend afrikanische Erntehelfer verließen daraufhin die Stadt aus Angst vor weiterer Gewalt.

apa

stol