Donnerstag, 06. Juni 2019

Pragser Wildsee: Sperre von Juli bis September

Weniger Autos und Emissionen, dafür mehr Stille, saubere Luft und ein neues nachhaltiges Naturerlebnis im Pragser Tal, darauf zielt der Plan Prags, das Mobilitätsmanagement von Land, Gemeinde und IDM für das Pragser Tal.

Eine neue nachhaltige Art in Prags das Dolomiten-Unesco-Welterbe zu er-fahren etablieren Land, Gemeinde und IDM: Plank (IDM), IDM-Präsident Pichler, LR Alfreider und BM Mittermair. - Foto: lpa/Angelika Schrott
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Eine neue nachhaltige Art in Prags das Dolomiten-Unesco-Welterbe zu er-fahren etablieren Land, Gemeinde und IDM: Plank (IDM), IDM-Präsident Pichler, LR Alfreider und BM Mittermair. - Foto: lpa/Angelika Schrott

Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider, der Pragser Bürgermeister Friedrich Mittermair, der Präsident des Wirtschaftsdienstleisters IDM Hansi Pichler und Thomas Plank vom Destination Management Ost von IDM haben die Leitgedanken und die Aktionen 2019 am 6. Juni in Bozen vorgestellt.

Vorausgegangen sind der Vorstellung ein Dialog mit den Verbänden und Organisationen sowie den Bürgern vor Ort.

Verkehrsaufkommen: Sperre notwendig

„Zusammen wollen wir den Verkehr im Pragser Tal besser managen und auch mehr einschränken, vor allem aber die Situation der Menschen, die im Tal leben verbessern, deshalb setzen wir auf ein Konzept, das umwelt- und gesundheitsschonend ist und für das nun erste Maßnahmen starten", sagte der Pragser Bürgermeister Friedrich Mittermair.

Eine Sperre sei wegen des hohen Verkehrsaufkommens notwendig, so der Bürgermeister. Gemeinsam mit den Bürgern wolle man an einem langfristigen umweltverträglichen Konzept arbeiten, das der Entwicklung des Tales zugutekomme und Wertschöpfung im Tal regeneriere, so Mittermair.

Smarte Mobilität für mehr Lebensqualität

„Das Pragser Tal mit dem einzigartigen Dolomiten-Unesco-Welterbe soll nicht nur für die Urlaubsgäste, sondern vor allem für die Bürger vor Ort deutlich aufgewertet werden, damit es für sie mehr Lebensqualität gibt“, betonte Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider. "Wir wollen schrittweise eine neue nachhaltige alpine Mobilität in Südtirol entwickeln, die vernetzt, smart und sauber ist und zu der jeder beitragen kann!", unterstrich Alfreider und verwies auf die massiv gestiegene Zahl der Fahrkartenentwertungen für die Busse zum See.

Allein auf der Linie 442 von Toblach bis zum Pragser Wildsee haben die Entwertungen von 2017 auf 2018 um mehr als die Hälfte zugenommen.

Der zusätzlich eingesetzte Shuttle von Welsberg zählte 2018 insgesamt 45.466 Entwertungen von Fahrgästen. Somit gab es 2018 insgesamt 160.422 Entwertungen für die Busse zum See.

Besucher- und Mobilitätsströme gezielt steuern

„In den kommenden Jahren wollen wir die Besucher- und Mobilitätsströme gezielt steuern, ein Parkleitsystem einführen und noch mehr Verkehr vom motorisierten Privat-Pkw auf Busse und klimaneutrale Fahrzeuge verlagern", kündigte der Landesrat an.

Alfreider berichtete zudem, dass das Land in Rom interveniere um den Straßenkodex zu ändern, damit Sperren und ein besseres Mobilitätsmanagement im Dolomitengebiet möglich sei.

Hotspot Pragser Wildsee bewahren

„Der Pragser Wildsee hat sich zu einem richtigen Hotspot für Gäste entwickelt – auch weil heute die Gäste als Influencer selbst die Kommunikation für diese Hotspots übernehmen und Bilder davon in Echtzeit in die Welt hinaustragen, die dann wiederum andere zum Kommen anregen", sagte IDM-Präsident Pichler.

„Unsere Aufgabe ist es, uns um diese Hotspots wie das Pragser Tal zu kümmern und sie nachhaltig zu schützen, zu bewahren, aber auch attraktiv und lebenswert zu erhalten, was nur eine Gemeinschaftsleistung von vielen Akteuren wie Land, Gemeinde, Partner im Tourismus usw. sein kann, deswegen arbeiten wir an Konzepten zur Entzerrung der Tourismusströme und zu einer nachhaltigen touristischen Mobilität", betonte Pichler.

Wildsee bei Sehenswürdigkeiten ganz oben

Bei den Sehenswürdigkeiten in Südtirol und bei den Bewertungsportalen für Reisende wie Tripadvisor oder Holidaycheck aber auch den Social Media wie etwa Instagram liege der Pragser Wildsee auf der Beliebtheitsliste ganz oben und diese Begehrtheit gelte es nun zu gemeinsam zu managen, sagte Plank.

Weniger Pkw, mehr umweltschonende Mobilität

Bis zu 7000 Fahrzeuge wurden noch im Sommer 2017 jeden Tag auf der Straße zum See gezählt. Im Sommer 2018 hielten sich an Spitzentagen bis zu 10.000 Menschen rund um den See auf.

Diese Zahlen wollen Land, Gemeinde und IDM nun senken.

Bereits an den Einfahrten bei Mühlbach, Olang, Winnebach und Schluderbach sowie am Eingang des Tals weisen von Kindern gestaltete Schilder auf den Respekt vor dem Weltnaturerbe hin und laden ein, dieses sanft zu "er-fahren".

Sperre von Juli bis September

Vom 10. Juli bis zum 10. September 2019, ist das Pragser Tal von 10 bis 15 Uhr nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar. Für den motorisierten Verkehr gibt es eine Sperre, und zwar ab der Abzweigung der Landesstraße zum Pragser Wildsee und der Landesstraße nach Altprags.

Vom Bahnhof Welsberg fährt im Halbstundentakt ein Shuttle-Bus bis zum Pragser Wildsee. Auch der bestehende Busdienst der Linie 442 ab Niederdorf wurde zu einem Halbstundentakt verdichtet.

stol/lpa

stol