Montag, 4. Oktober 2021

„Psychische Gesundheit pflegen und schützen“

Die Arbeitsgruppe „Up&Down“ engagiert sich seit über 10 Jahren auf dem Gebiet der psychischen Gesundheit. Bei der Pressekonferenz am Montag wurde die diesjährige Sensibilisierungskampagne vorgestellt.

Bei der Vorstellung (v.l.): Primar Andreas Conca, Moderatorin Daniela Dalla Costa, Günther Plaickner (Präsident des Vereins „Ariadne“), Margit Oberrauch (Vizedirektorin „La Strada“), Landesrätin Waltraud Deeg, Sanitätsdirektor Josef Widmann und Alexej Paoli (Vizegeneraldirektor Betrieb für Sozialdienste Bozen). - Foto: © sabes

Im Sitz des Vereins „La Strada-Der Weg“ in Bozen wurde die aktuelle Sensibilisierungskampagne zum Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober präsentiert. Die Kampagne wurde von der Arbeitsgruppe „Up&Down“ erarbeitet, zu der sich verschiedene öffentliche Körperschaften, Gesundheits- und Sozialdienste sowie Vereine, die im Bereich der psychischen Gesundheit tätig sind, zusammengeschlossen haben. Im Rahmen der Kampagne machen ab heute bis Sonntag, den 17. Oktober, Plakate und verschiedene Videoclips im ganzen Land auf das Thema aufmerksam.

Mit Slogans wie „Gibst du auf dich acht?“, „Hast du heute schon einen Spaziergang gemacht?“ oder „Hast du heute schon jemanden gegrüßt?“ möchte die Kampagne Menschen dazu anregen, mit ihrer eigenen psychischen Gesundheit und jener der anderen achtsam umzugehen. Die Pandemie hat es uns deutlich vor Augen geführt: Psychische Gesundheit ist wichtig für alle, und die Grenze zwischen Gesundheit und Krankheit kann nicht immer klar gezogen werden. In diesem Sinne lautet der Slogan der Kampagne: „Psychische Gesundheit gilt es zu pflegen und zu schützen. Gemeinsam.“

Erkrankungen nahmen durch Pandemie zu

Josef Widmann, langjähriger und erfahrener Chirurg und seit 3 Tagen im Amt als Sanitätsdirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes, betonte, dass es dem Gesundheitsbetrieb wichtig ist, derartige Initiativen zu unterstützen. „In Zeiten der Pandemie sehen wir uns mit gesellschaftlichen Veränderungen konfrontiert, die noch bis vor kurzem unvorstellbar waren - man denke beispielsweise an den Schulbereich. Durch die Pandemie haben psychische Erkrankungen signifikant zugenommen. Der Sanitätsbetrieb hat darauf mit einem Ausbau seiner Dienste reagiert, es wurden Notfallnummern für Krisensituationen eingerichtet und der Sanitätsbetrieb ist ein wichtiger Teil des Netzwerks Psychohilfe Covid-19.“

Soziallandesrätin Waltraud Deeg ist überzeugt davon, dass es weiterhin Sensibilisierung für die psychische Gesundheit braucht: „Psychische Gesundheit ist eine wesentliche Voraussetzung für Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und soziale Teilhabe. Es ist wichtig, dass jede und jeder von uns auf andere, aber auch auf sich selbst schaut, Hilfe anbietet, aber auch annimmt und damit auf Körper und Seele achtet,“ unterstrich die Landesrätin bei der Pressekonferenz. Die Kampagne füge sich außerdem bestens in die Aktionen des Amtes für Menschen mit Behinderungen ein, welche derzeit unter dem Motto „Weniger Barrieren, mehr Lebensqualität“ organisiert werden.

Psychische Gesundheit als Bürgerpflicht

Der Primar der Psychiatrie am Krankenhaus Bozen, Andreas Conca, wies auf die Bedeutung gesundheitsfördernder Projekte hin: „Für mich ist psychische Gesundheit gewissermaßen eine Bürgerpflicht. Wir alle können im Kleinen dazu beitragen, mit der psychischen Gesundheit von uns selbst und den anderen sorgsam umzugehen. Nur so kann uns ein gesellschaftlicher Wandel hin zu mehr Achtsamkeit für das psychische Befinden gelingen. Die Plakate und Videoclips der Kampagne möchten dazu anregen.“

sabes/stol

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