Mittwoch, 09. Januar 2019

Riesige Schneemengen in Bayern und Österreich – Hohe Lawinengefahr

Die Wetterlage in Bayern und Österreich wird vielerorts zu einer immer größeren Bedrohung. Nachdem am Dienstag bereits in einigen Teilen der Steiermark die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen wurde, gilt dies seit Mittwoch auch in den Ybbstaler Alpen in Niederösterreich. Auch das Bundesland Tirol wird vom Schnee überrollt. „Das Risiko von großen Lawinenabgängen ist sehr, sehr hoch“, sagte der Leiter des Katastrophenschutzes der Steiermark, Harald Eitner, der Deutschen Presse-Agentur.

Enorme Schneemengen sind in den letzten Tagen gefallen.
Enorme Schneemengen sind in den letzten Tagen gefallen. - Foto: © APA/DPA

Erwartet werden sowohl für große Teile Österreichs als auch für Bayern weitere teils ergiebige Schneefälle. Die Behörden rechnen daher damit, dass noch mehr Straßen gesperrt werden müssen.

Wie die Tiroler Tageszeitung Online am Mittwoch berichtet, hat die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Dienstag die höchste Schneewarnstufe (rot) ausgegeben.

Bis zum Wochenende werden erneut große Mengen Neuschnee erwartet - vor allem in den Kitzbüheler Alpen (Pass Thurn, Gerlos, Hochfilzen), dem Karwendel, den Lechtaler Alpen und im Gebiet Arlberg-Paznaun. Das Land Tirol hat bereits Vorkehrungen für den Ernstfall getroffen. 

Beschädigter Lkw auf A12

Aufgrund eines umgestürzten Baumes gibt es derzeit Stau und Behinderungen auf der A12 bei Kirchbichl in Richtung Innsbruck. Ein Lkw wurde beschädigt. Die Inntalautobahn ist in Richtung Innsbruck gesperrt. Pkw können über Kirchbichl ausweichen. Der starke Schneefall im Unterland verschärft die Situation zusätzlich.

Situation in Bayern

Im oberbayerischen Landkreis Miesbach sowie in den steirischen Gemeinden Pölstal, Hohentauern und Pusterwald wurde Katastrophenalarm ausgerufen. In den bayerischen Alpengebieten gilt flächendeckend die zweithöchste Lawinenwarnstufe.

Bei der höchsten Lawinenwarnstufe besteht die Gefahr, dass sich spontan viele sehr große oder auch extrem große Lawinen lösen können – und das auch in mäßig steilem Gelände. Der stellvertretende Landeschef der Steiermark, Michael Schickhofer, riet am Dienstagabend allen Bürgern und Touristen, an sicheren Orten zu bleiben, Absperrungen ernst zu nehmen und unnötige Aktivitäten im freien Gelände zu unterlassen.

Wald meiden

Das bayerische Forstamt wies darauf hin, dass Bäume durch die schwere Schneelast umstürzen oder abbrechen können. Vor allem im Süden und Südosten Bayerns sollten sich die Bürger daher möglichst nicht im Wald aufhalten und unter Bäumen generell vorsichtig sein.

In vielen Landkreisen in Bayern haben die Kinder weiter schulfrei. In Bad Wörishofen sperrte die Stadt vorübergehend die Eissporthalle wegen Einsturzgefahr. Durch den Schnee auf dem Dach der Halle sei die zugelassene Dachlast deutlich überschritten. Wegen des starken Windes sei eine Räumung des Daches vorläufig nicht möglich. Mindestens bis Mittwoch sollte die Eishalle daher geschlossen bleiben.

280 Gebäude von Lawinen bedroht

In der Steiermark wird derweil beraten, in welchen Gebieten die Menschen ihre Häuser und Höfe verlassen müssen. Katastrophenschützer Eitner erklärte, dass in dem österreichischen Bundesland derzeit rund 280 Gebäude von möglichen Lawinen bedroht seien, weil sie in sogenannten Roten Zonen liegen. Damit sind Areale gemeint, die erfahrungsgemäß von Lawinen erreicht werden können. Die örtliche Lawinenkommission und der jeweilige Bürgermeister hätten in jedem Einzelfall zu entscheiden, ob die Menschen die Gefahrengebiete verlassen müssen. Am Dienstagabend waren rund 2000 Menschen in dem Bundesland von der Außenwelt abgeschnitten oder nur schwer erreichbar.

dpa

stol