Freitag, 17. November 2017

Riina wird obduziert – Keine öffentliche Beerdigung für Mafia-Boss

Die Leiche des Mafia-Bosses Salvatore Riina wird obduziert. Dies wurde von der Staatsanwaltschaft der Stadt Parma beschlossen, in deren Gefängnis die langjährige Nummer eins der sizilianischen Cosa Nostra in der Nacht auf Freitag gestorben ist. Eine öffentliche Beerdigung soll es nicht geben.

Salvatore Riina soll obduziert werden.
Salvatore Riina soll obduziert werden. - Foto: © LaPresse

Riina, der am Donnerstag 87 Jahre alt geworden war, litt an Krebs und war seit zehn Tagen auf der Intensivstation im Häftlingstrakt des Krankenhauses in Parma. Die Angehörigen hatten von Justizminister Andrea Orlando eine Sondergenehmigung erhalten, um Riina zu besuchen, konnten ihn aber nicht mehr sehen.

Eine öffentliche Beerdigung wird es für den Mafia-Boss nicht geben, berichtete der Sprecher der italienischen Bischofskonferenz CEI, Ivan Maffeis. Lediglich ein privates Gebet sei auf Wunsch der Familie möglich. Papst Franziskus hatte bei seinem Besuch in Kalabrien 2014 erklärt, Mafiosi stünden durch ihr Tun nicht mehr in Gemeinschaft mit Gott und seiner Kirche und seien exkommuniziert. Immer wieder verurteilt der Papst in seinen Ansprachen Korruption und die Mafia.

Justizminister Orlando sagte, mit dem Tod Riinas gehe eine Phase zu Ende, die Cosa Nostra sei jedoch immer noch nicht besiegt. „Wir dürfen im Kampf gegen die Mafia nicht nachlassen“, so Orlando. Der italienische Staat habe seine Menschlichkeit bewiesen, indem er Riina bis zur letzten Lebensstunde medizinische Betreuung auf höchstem Niveau gesichert habe.

Der „Toto“ genannte Riina war am Donnerstagabend im Alter von 87 Jahren im Krankentrakt eines Gefängnisses in Parma gestorben. Riina, der als „Boss der Bosse“ galt, war eine der Führungsfiguren der italienischen Mafia Cosa Nostra. Er wurde nach seiner Festnahme 1993 wegen zahlreicher Morde zu mehrmals lebenslänglicher Haft verurteilt.

apa

stol