Montag, 25. September 2017

Sanität zeigt Impfgegner an

Die bereits in den vergangenen Tagen vom Südtiroler Sanitätsbetrieb angekündigte Anzeige gegen die Verbreitung von Falschinformationen über Impfungen wurde am Montag offiziell eingereicht. Weiters wurde die Arznei-Aufsichtsbehörde informiert und ein unabhängiges Gutachten beim „Istituto Superiore alla Sanità“ angefragt.

Generaldirektor Thomas Schael und Leiter der Rechtsabteilung des Betriebes Marco Cappello am Montag bei der Staatsanwaltschaft.
Badge Local
Generaldirektor Thomas Schael und Leiter der Rechtsabteilung des Betriebes Marco Cappello am Montag bei der Staatsanwaltschaft. - Foto: © LPA

Der Südtiroler Sanitätsbetrieb geht nun wie angekündigt (STOL hat berichtet) gegen die Verbreitung von Falschinformationen über Impfungen vor.

Generaldirektor Thomas Schael erstattete am Montag Strafanzeige gegen den Impfgegner und selbsternannten Experten Reinhold Holzer wegen „Beunruhigung der Öffentlichkeit“.

Die Anzeige wurde bei der Bozner Staatsanwaltschaft im Beisein von Marco Cappello, dem Leiter der Rechtsabteilung des Betriebes, hinterlegt.

Anlass der Anzeige ist die bei einer Veranstaltung der „Eltern-Initiative Ökokinderrechte Südtirol“ in St. Martin im Passeier aufgestellte und im Gespräch mit Medien wiederholte Behauptung Holzers, dass die lebensbedrohliche Erkrankung eines Kindes aus dem Raum Meran mit der Wochen davor stattgefundenen Impfung in Zusammenhang steht.

Behauptung schürt Unsicherheit

„Diese Behauptung entbehrt jeglicher Grundlage und ist aus der Luft gegriffen“, so Generaldirektor Schael. „Behauptungen wie jene von Herrn Holzer tragen nur dazu bei, die Unsicherheit von Eltern zu schüren. Aus diesem Grund gehen wir als Sanitätsbetrieb gegen diese Falschaussage vor.“

Nachdem im vorliegenden Fall nicht auszuschließen ist, dass die lebensbedrohliche Erkrankung auf die Einnahme eines nicht verschreibungspflichtigen Medikamentes zurückzuführen ist, hat der Sanitätsbetrieb eine Meldung an die italienische Agentur für Arzneimittelsicherheit AIFA veranlasst, um die nötigen Überprüfungen durchzuführen.

Gutachten gefordert

Weiters hat der Generaldirektor Thomas Schael, auf Vorschlag des geschäftsführenden Sanitätsdirektors Thomas Lanthaler, ein unabhängiges Gutachten an das „Istituto Superiore di Sanità“ angefragt.

Generaldirektor Thomas Schael: „Wir freuen uns, dass es dem Kind wieder besser geht; wir können aber derartige Falschaussagen, die rasend schnell die Runde machen, nicht unwidersprochen stehen lassen. Wir sind der Überzeugung, dass man hier am besten mit vollständigen, korrekten und von unabhängiger Seite gelieferten Informationen hilft.“

lpa/stol

Gegendarstellung:

Zu dieser Meldung begehrt Reinhold Holzer folgende Gegendarstellung, die wir vollinhaltlich gerne abdrucken:

Im Artikel wird Reinhold Holzer als „Impfgegner und selbsternannter Experte“ bezeichnet. Reinhold Holzer hat sich nie als Impfgegner erklärt, nie als Experte bezeichnet oder als Experte „selbsternannt“. Reinhold Holzer ist ein betroffener Vater und gut informierter Bürger. Zudem ist er gegen Impfstoffe, die chemische und biologische Risiken in sich bergen. Reinhold Holzer wird beschuldig bei einer Veranstaltung Falschaussagen getätigt, die Unsicherheit von Eltern geschürt und gar eine Straftat („Beunruhigung der Bevölkerung“) begangen zu haben. Reinhold Holzer weist die gegen ihn gerichteten falschen Anschuldigungen aufs Schärfste zurück und hat bereits die RA.te Baur & Tappeiner aus Lana beauftragt. Holzer hat mit seinen Aussagen weder Falschaussagen getätigt, noch hat er einen Alarm ausgelöst, eine Gefahrenlage vorgetäuscht, Eltern verunsichert oder „Volksbeunruhigung“ betrieben.

stol