Montag, 13. Mai 2019

Saufen bis der Arzt kommt: 349 Jugendliche enden 2018 im Spital

Im Jahr 2018 hat es in Südtirol 349 Fälle von Alkoholvergiftungen bei den Jugendlichen unter 25 Jahren gegeben. Das ist ein Plus von 21 Fällen im Vergleich zum Vorjahr, bedeutet somit einen Anstieg von 6,4 Prozent. Das hat die Landtagsfraktion der Südtiroler Freiheit mittels einer Anfrage erhoben. Im Vergleich zum Jahr 2015 konnte man eine Zunahme 45,4 Prozent feststellen. Schockierend aber: Im Vorjahr landeten 5 Patienten aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums auf der Wiederbelebungs-Station.

Vor und an Feiertagen steigen die Behandlungen aufgrund Alkoholmissbrauchs in den Notaufnahmen.
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Vor und an Feiertagen steigen die Behandlungen aufgrund Alkoholmissbrauchs in den Notaufnahmen. - Foto: © shutterstock

Spitzenreiter war laut den Daten der Landesregierung mit 128 Einlieferungen das Landeskrankenhaus Bozen, gefolgt vom Krankenhaus Meran mit 68 Fällen und mit 51 belegt das Krankenhaus Brixen den dritten Platz.

5 Jugendliche landeten auf der Wiederbelebungs-Station

Vor und an Feiertagen steigen die Behandlungen aufgrund Alkoholmissbrauchs in den Notaufnahmen. Von den 349 behandelten Alkoholvergiftungen mussten 37 Patienten stationär aufgenommen werden. Fünf Jugendliche landeten sogar auf der Wiederbelebung. Außerdem mussten einige Jugendliche bis zur Besserung ihres Gesundheitszustandes mehrere Tage im Krankenhaus verbringen. Zudem befanden sich unter den Patienten Jugendliche, die die stationäre Aufnahme verweigerten.

Mix aus Alkohol und Drogen

Unter den jungen Patienten befanden sich unter anderem 22 Fälle (16 im Krankenhaus Bozen, 6 im Krankenhaus Brixen), in denen neben Alkohol auch andere Substanzen wie Cannabis und Kokain konsumiert wurde. Im Vergleich zum Vorjahr (sieben Fälle) hat sich diese Anzahl mehr als verdreifacht. Aus den Antworten der Südtiroler Krankenhäusern geht hervor, dass nicht bei allen Patienten ein Test zur Bestimmung von weiteren Substanzen im Körper durchgeführt worden war.

Jüngste „Opfer“ 13 Jahre alt

Aus den übermittelten Daten der Landesregierung geht hervor, dass die jüngsten Patienten mit Alkoholvergiftung 13 Jahre alt waren, wobei vom Krankenhaus Bozen diesbezüglich keine Daten übermittelt worden seien.

Es sei zwar begrüßenswert und wichtig, so Landtagsabgeordnete der Südtiroler Freiheit Myriam Atz Tammerle, dass die einzelnen Krankenhäuser bereits unterschiedliche Betreuungen bei Alkoholvergiftungen anbieten, doch gibt es dabei eine Lücke: An Wochenenden, bei denen es unter Jugendlichen verstärkt zu Alkoholvergiftungen kommt, stehe kein Psychologe zur Verfügung. Die Patienten werden mit einem Termin oder einer Telefonnummer des Psychologen vom Krankenhaus nach Hause geschickt. Aus der letztjährigen Landtagsanfrage der Süd-Tiroler Freiheit geht jedoch hervor, dass 90 Prozent der Jugendlichen diesen psychologischen Dienst ohnehin meiden.

Situation muss sich verbessern

Demnach wird die Atz Tammerle in den kommenden Tagen das Gespräch mit dem Gesundheitslandesrat Thomas Widmann, dem Direktor vom Therapiezentrum Bad Bachgart, Dr. Helmut Zingerle, und weiteren Vertretern suchen, um konkrete Maßnahmen gegen die besorgniserregende Entwicklung der Jugendlichen bezüglich Alkoholkonsum auszuarbeiten.

stol

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