Montag, 16. September 2019

Schulweg in Kaltern: „Sicherheit der Kinder steht auf dem Spiel“

Das Vorhaben eines Immobilieninvestors lässt in Kaltern derzeit die Wogen hochgehen: In der Nähe eines viel begangenen Schulwegs sollen 50 neue Parkplätze entstehen. „Damit würde der Verkehr in dieser derzeit wenig befahrenen Zufahrtsstraße mehr als verdoppelt. Die Sicherheit unserer Kinder steht auf dem Spiel“, betont Debora Seppi von der Bürgerinitiative, die sich vehement gegen das Vorhaben wehrt.

Der bisher nur für Anrainer befahrbare Mühlenweg, der vor allem als Schulweg genutzt wird, würde durch das geplante Bauprojekt mehr als doppelt so viel befahren werden, ist sich die Bürgerinitiative sicher. - Foto: Bürgerinitiative
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Der bisher nur für Anrainer befahrbare Mühlenweg, der vor allem als Schulweg genutzt wird, würde durch das geplante Bauprojekt mehr als doppelt so viel befahren werden, ist sich die Bürgerinitiative sicher. - Foto: Bürgerinitiative

Am 24. September soll das umstrittene Bauprojekt in der Fraktionssitzung besprochen werden: Ein Immobilieninvestor möchte direkt angrenzend ans Schulzentrum bestehend aus Kindergarten und Mittelschule in Kaltern mehrere Wohnungen bauen sowie eine große unterirdische Parkgarage mit rund 50 Parkplätzen errichten.

Die Zu- und Abfahrt wäre aber nur über den Mühlenweg, einem schmalen, einspurigen Schulweg, auf dem täglich zahlreiche Kindergarten- und Schulkinder sowie deren Eltern und Großeltern unterwegs sind, sowie über einen einspurigen, sehr engen privaten Weg möglich.

Die Gemeinde hatte eine Baugenehmigung für 2 Projekte des Immobilieninvestors auf dem Grundstück schon 2 Mal abgelehnt. Damit der Grundstücksbesitzer diesmal die Baugenehmigung erhält, will er, so die Bürgerinitiative, der Gemeinde nun 30 der 50 Parkplätze schenken.

„Wir Anrainer des Mühlenwegs haben generell nichts dagegen, wenn das Grundstück zur Erweiterung des Schulzentrums genutzt würde. Aber mit dem Bau der Tiefgarage sowie der vom Makler angekündigten 9 bis 10 Wohnungen entstünden rund 50 Parkplätze, was bedeutet, dass sich der Verkehr auf dem Mühlenweg neben dem Kindergarten mehr als verdoppeln würde. Derzeit fahren keine 50 Autos auf der nur für Anrainer zugelassenen Straße“, erklärt Debora Seppi gegenüber STOL.

Der schmale Mühlenweg neben dem Schulzentrum wäre die einzige Zufahrt zur geplanten Tiefgarage. Dieser ist aber ein viel genutzter Schulweg. - Foto: Screenshot Video

Auch die Art und Weise, wie das Projekt vorangetrieben wurde, sei nicht richtig, so Seppi weiter: „Es wurde versucht, das Vorhaben klammheimlich über den Sommer hinweg durchzuboxen. Niemand von uns wusste Bescheid, bis irgendwann im Dorfgespräch die Wahrheit ans Licht kam. So nicht!“

„Bereits bestehende Parkgarage mit vielen freien Plätzen“

Mehrere Gemeinderäte der Mehrheitspartei seien gegen das Projekt, einige Gemeinderäte der Partei würden sich hingegen dafür aussprechen, weil am Schulzentrum angeblich Parkplätze fehlen.

„Dabei gibt es genau vor der Mittelschule bereits heute schon eine rund um die Uhr zugängliche, öffentliche Parkgarage der Gemeinde mit sehr vielen freien Plätzen. Das hat eine Erhebung der Gemeindepolizei von Anfang August 2019 ergeben“, schreibt die Bürgerinitiative in einer Aussendung. Die Gemeinde wisse also Bescheid, trotzdem unterstützten einige Gemeinderäte das Bauprojekt.

„Warum sollte aber mit Unterstützung der Gemeinde eine weitere Tiefgarage in der Nähe des Kindergartens und der Mittelschule gebaut werden, durch die noch mehr Verkehr in die Schulzone und auf einen wichtigen Schulweg gelenkt wird? Das ergibt für uns wirklich keinen Sinn.“

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Petition gegen Bauvorhaben

„Sicher ist: Würde das Bauprojekt von der Gemeinde Kaltern genehmigt und umgesetzt, wären die Kindergartenkinder, Volksschüler und Mittelschüler heute, aber auch die Kinder der künftigen Generationen auf dem Mühlenweg, einem wichtigen Schulweg, in Gefahr“, betont die Initiative.

Um sich Unterstützung aus dem Dorf zu holen, liegt derzeit im Geschäft „Elektrohaus Kaltern“ eine Petition auf, mit der Unterschriften gegen das Bauprojekt gesammelt werden. Rund 110 Personen haben bereits unterzeichnet.

stol/liz

stol