Montag, 08. April 2019

Seit 1961: Meeresspiegel um fast 30 Millimeter gestiegen

Schmelzende Eisschilde in Grönland und der Antarktis sowie das Abschmelzen der Gletscher weltweit tragen zum Anstieg des Meeresspiegels bei. Allein die Gletscher verloren seit 1961 mehr als 9000 Milliarden Tonnen Eis und erhöhten den Meeresspiegel um 27 Millimeter, wie ein internationales Forscherteam mit Beteiligung des Innsbrucker Glaziologen Fabien Maussion nun zeigt.

Das Bild zeigt Feldarbeiten am Langenferner Gletscher. - Foto: Stephan Galos
Das Bild zeigt Feldarbeiten am Langenferner Gletscher. - Foto: Stephan Galos

Zwischen 1961 und 2016 haben Gletscher mehr als 9000 Milliarden Tonnen Eis verloren, was einem Anstieg des globalen Meeresspiegels um 27 Millimeter im genannten Zeitraum entspricht.

Die größten Beiträge leisteten die Gletscher in Alaska, gefolgt vom schmelzenden Patagonischen Eisschild und den Gletschern in den arktischen Regionen.

Gletscher in den Alpen, Kaukasus und in Neuseeland untergeordnete Rolle

Auch die Gletscher in den europäischen Alpen, im Kaukasus und in Neuseeland waren von erheblichen Eisverlusten betroffen, spielten aber aufgrund ihrer relativ kleinen Fläche beim Anstieg des globalen Meeresspiegels nur eine untergeordnete Rolle.

Für die im renommierten Fachmagazin „Nature“ veröffentlichte Studie kombinierte das internationale Forschungsteam unter der Leitung der Universität Zürich (UZH) glaziologische Feldbeobachtungen mit geodätischen Satellitenmessungen.

Rekonstruktion der Eisdickenänderung

Satelliten vermessen digital die Erdoberfläche und liefern Date über die Veränderungen der Eisdicke zu verschiedenen Zeitpunkten.

So konnten Veränderungen der Eisdicke von mehr als 19.000 Gletschern weltweit rekonstruiert werden. Möglich wurde dies auch durch die umfassende Datenbank des „World Glacier Monitorin Service“, in das hunderte Forscher weltweit ihre Satellitenanalysen einbrachten.

335 Milliarden Tonnen Eisverlust jährlich

Der globale Massenverlust von Gletschereis hat in den letzten 30 Jahren deutlich zugenommen und beträgt derzeit 335 Milliarden Tonnen verlorenes Eis pro Jahr. Dies entspricht einem Anstieg des Meeresspiegels um fast 1 Millimeter pro Jahr.

„Weltweit verlieren wir etwa das Dreifache des in den gesamten europäischen Alpen gespeicherten Eisvolumens – jedes Jahr“, sagt der Glaziologe Zemp.

Das geschmolzene Eis der Gletscher macht damit 25 bis 30 Prozent des aktuellen Anstiegs des globalen Meeresspiegels aus.

Dieser Eisverlust aller Gletscher entspricht in etwa dem Massenverlust des grönländischen Eisschildes und übersteigt deutlich den der Antarktis.

stol

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