Dienstag, 20. Februar 2018

Sexueller Missbrauch: Besserer Schutz für Minderjährige

Bischof Ivo Muser hat überarbeiteten Richtlinien für den Schutz von Minderjährigen vor sexuellem Missbrauch und anderen Formen von Gewalt unterzeichnet und im Amtsblatt der Diözese veröffentlicht.

Bischof Ivo Muser hat die überarbeiteten Richtlinien für den Schutz von Minderjährigen vor sexuellem Missbrauch und anderen Formen von Gewalt unterzeichnet.
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Bischof Ivo Muser hat die überarbeiteten Richtlinien für den Schutz von Minderjährigen vor sexuellem Missbrauch und anderen Formen von Gewalt unterzeichnet. - Foto: © shutterstock

„Der Schutz von Minderjährigen hat Priorität. Es gibt keine absolute Sicherheit. Das Anliegen der Prävention muss zum festen Tagesordnungspunkt jeder kirchlichen Organisation und Einrichtung sowie zum festen Bestandteil jeder pastoralen Aktivität werden“, sagt Bischof Muser. Die Überarbeitung des Rahmenkonzeptes für die Prävention erfolgte aufgrund der bisherigen Erfahrungen der Ombudsstelle, die 2010 errichtet wurde, und der Arbeitsgruppe für Prävention, die 2013 eingerichtet worden war. Diese hat auch das Konzept überarbeitet.

Eigene Fachstelle

Das überarbeitete Rahmenkonzept geht von den Grundsatzerklärungen der Diözese zum Thema „Sexueller Missbrauch“ aus, die als Leitlinien für die zukünftige Präventionsarbeit gelten. In Folge der Überarbeitung des Rahmenkonzeptes hat die Diözese eine eigene Fachstelle am Generalvikariat eingerichtet, die den Schutz von Minderjährigen und die Prävention vor sexuellem Missbrauch und anderen Formen von Gewalt als ureigene seelsorgliche Aufgabe auf allen Ebenen einfordern und fördern soll.

Leiter der Fachstelle ist der Priester und Psychologe Gottfried Ugolini. Ihm steht ein interdisziplinärer Fachbeirat zur Seite, in dem auch nicht-kirchliche Fachkräfte vertreten sind. Dadurch wird Transparenz im Umgang mit dem Thema „Sexuelle Gewalt“ und mit Missbrauchsvorfällen gewährleistet.

Geeignete Maßnahmen zur Prävention

Im überarbeiteten Rahmenkonzept werden die Funktionen der Fachstelle sowie die Aufgaben des Leiters und der Ombudsfrau festgeschrieben. Seit Jänner dieses Jahres ist Frau Maria Sparber neue Ombudsfrau. Eine weitere Neuregelung betrifft die engere Zusammenarbeit zwischen Ombudsstelle und Präventionsarbeit. Damit sollen situationsgerechtere und zielgerichtete Maßnahmen im Bereich Prävention eingesetzt werden.

Ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter haben sich in ihren pastoralen Tätigkeiten im Allgemeinen und in ihrem Einsatz mit und für Minderjährige im Besonderen an die Richtlinien der Diözese zu orientieren. Die Diözese fordert und fördert geeignete Maßnahmen zur Prävention von sexuellem Missbrauch und von Gewalt in allen kirchlichen Bereichen und arbeitet mit den zuständigen Behörden und Einrichtungen des Staates und des Landes Südtirol zusammen.

Protokolle und Vorgangsweisen ausarbeiten

Durch kontinuierliche Informations- und Sensibilisierungsarbeit sowie durch Aus- und Weiterbildung der MitarbeiterInnen soll das Bewusstsein geschärft werden, dass sexueller Missbrauch und Gewalt ein weltweites Phänomen sind und vor allem im familiären Bereich vorkommen. Hier sind Kirche und Gesellschaft aufgerufen, alles zu unternehmen, um Minderjährige vor sexuellem Missbrauch und anderen Formen von Gewalt zu schützen.

Der Fachbeirat wird im Laufe dieses Jahres Protokolle und Vorgangsweisen in Bezug auf Verdachtsfälle und Aufdeckung von Missbrauchfällen ausarbeiten. Ziel der Präventionsarbeit ist es, sichere und geschützte Lebensräume für Minderjährige zu schaffen, damit ihr Wohlergehen gewährleistet ist.

stol

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