Freitag, 01. März 2019

Sicherheit der Bürger: Das sagt Südtirol

Fühlen sich Südtirols Bürger sicher auf ihren Straßen? Dieser Frage ist das Landesamt für Statistik Astat nachgegangen. Das Fazit: Zum größten Teil „Ja“.

Der Großteil der Südtiroler Bevölkerung fühlt sich sicher.
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Der Großteil der Südtiroler Bevölkerung fühlt sich sicher. - Foto: © shutterstock

In der Befragung der Astat ging es um die gefühlte Sicherheit, also das Empfinden der Bürger.

Auf die Frage „Inwieweit fühlen Sie sich sicher, wenn Sie bei Dunkelheit allein durch die Straßen Ihres Wohnviertels gehen?“ antworten 24 Prozent der befragten Personen mit „Sehr sicher“ und 47 Prozent mit „Ziemlich sicher“.

Obgleich sich also noch immer fast 75 Prozent der Befragten „sicher“ fühlen, ist der Prozentanteil jener, die sich „sehr sicher“ fühlen, im Vergleich zur Befragung 2009 um 9 Prozentpunkte zurückgegangen. 

5 Prozent der Frauen sagen: „Ich gehe nie allein aus“

85 Prozent der Männer fühlen sich „Sehr sicher“ bzw. „Ziemlich sicher“, wenn sie bei Dunkelheit durch die Straßen ihres Wohnviertels gehen. Der entsprechende Anteil der Frauen liegt mit 58 Prozent deutlich niedriger.

Ein Drittel der Frauen fühlen sich dabei etwas oder sehr unsicher. „Bemerkenswert ist, dass 5 Prozent der Frauen mit ‚Ich gehe nie allein aus‘ antworten“, so die Experten.

An Land gefühlt sicherer als in der Stadt

Hervorzuheben ist auch das unterschiedliche Sicherheitsempfinden zwischen Stadt- und Landgemeinden, betonen die Experten im Astat: „Sehr sicher“ fühlen sich 16 Prozent der Stadtbewohner und 29 Prozent der Bewohner in den kleineren Gemeinden. „Auch ist der Anteil derjenigen, die sich ‚Unsicher/Sehr unsicher‘ fühlen, in den Städten viel höher als auf dem Land (30 Prozent gegenüber 19 Prozent).“

Während 30 Prozent der Stadtbevölkerung angeben, „oft“ oder „manchmal“ Vandalenakte zu sehen, sind es in den Dörfern nur 5 Prozent.

Landstreicher oder Obdachlose fallen in den Städten 36 Prozent der Menschen auf, in den Landgemeinden sind die entsprechenden Werte deutlich geringer (10 Prozent). Während in den ländlichen Gebieten Phänomene wie Prostitution, Rauschmittelkonsum und Drogenhandel kaum wahrgenommen werden, sind diese Erscheinungen in den Städten weitaus sichtbarer.

3 Variablen zur gefühlten Sicherheit

Mittels logistischer Regression werden 3 Arten von Variablen („Ursachen“) ausgemacht, die die Wahrnehmung der Sicherheit erklären sollen: demografische (Geschlecht), sozio-psychologische (Studientitel und Lebenszufriedenheit) und Umfeldfaktoren (Obdachlose, städtisches Umfeld).

Die Anwesenheit von Obdachlosen verstärkt laut Studie die Unsicherheit ähnlich wie das Leben in der Stadt. Ein höherer Bildungsgrad oder eine hohe Lebenszufriedenheit hätten hingegen einen mindernden Effekt. Das Frau-Sein erhöht die Wahrscheinlichkeit, sich unsicher zu fühlen.

„Das herangezogene Modell weist jedoch nur eine geringe Varianz (R-Quadrat) aus; offensichtlich bedingen auch noch andere Einflussgrößen das Sicherheitsempfinden.“

Gefühlte Sicherheit in Südtirol verhältnismäßig hoch

Im Jahr 2017 gaben 32 Prozent der Haushalte in Italien an, einem Kriminalitätsrisiko in ihrer Wohngegend ausgesetzt zu sein. In der Region Latium wird das Problem am stärksten wahrgenommen (43 Prozent der Haushalte), gefolgt von Kampanien, Emilia-Romagna und Lombardei (Werte zwischen 35 und 40 Prozent).

Die niedrigsten Quoten verzeichnen Südtirol und Molise (je 9 und 10 Prozent); Prozentanteile um die 15 Prozent weisen Sardinien, die Provinz Trient und Aosta auf.

stol

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