Freitag, 23. Februar 2018

Sorge vor politischen Ausschreitungen in Italien

Nach Zusammenstößen zwischen Antifaschisten und Polizei bei einer Demonstration am Donnerstagabend in Turin wächst die Sorge vor Ausschreitungen bei politischen Kundgebungen am bevorstehenden Wochenende in Italien. Das Innenministerium in Rom rief am Freitag die Parteien auf, die Wahlkampftöne zu dämpfen.

In Turin kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und der Polizei.
In Turin kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und der Polizei. - Foto: © LaPresse

Die Vorfälle in Turin mit dem Wurf von Molotowcocktails mit Nägeln gegen die Polizei seien gravierend, verlautete aus dem Innenministerium in Rom. Die Sicherheitskräfte wollten jegliche Form von Gewalt bei politischen Demonstrationen verhindern.

In Turin waren bei einem Protes gegen eine Wahlkampfveranstaltung der rechtsextremen Organisation CasaPound zwei Polizisten verletzt worden. Vergangenen Freitag war es bereits zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten in Bologna gekommen.

Am Dienstag wurde ein Anhänger der rechtsextremistischen Forza Nuova auf offener Straße in Palermo geschlagen. In Perugia wurde ein Anhänger der linksextremen Organisation „Potere al Popolo“ mit Messerstichen verletzt, nachdem er von einigen vermummten Personen angegriffen worden war.

Am Samstag ist im Vorfeld der Parlamentswahl am 4. März eine antifaschistische Demonstration in Rom geplant, an der sich voraussichtlich zehntausende Menschen beteiligen werden, unter anderem der Ex-Premier und Chef der Sozialdemokraten, Matteo Renzi.

Parallel hat die ausländerfeindliche Lega in Mailand zu einer Kundgebung gegen die illegale Einwanderung auf dem zentralen Domplatz aufgerufen. „Die Italiener zuerst“ lautet der Slogan der Lega-Demonstration. Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala warnte am Freitag vor der Gefahr von Ausschreitungen bei der Kundgebung am Samstag. Hunderte Polizisten sollen für die Sicherheit der Stadt eingesetzt werden.

apa

stol