Sonntag, 27. Januar 2019

Spanien trägt Julen zu Grabe

Spanien trauert und leidet mit den Eltern des kleinen Julen. Der zweijährige Junge war in der Nacht zum Samstag nach fast zweiwöchigen, komplizierten Bergungsarbeiten in einem tiefen Bohrloch gefunden worden – jedoch konnten die Einsatzkräfte nur noch seine Leiche bergen.

Ganz Spanien trauert mit den beiden Eltern von Julen, Jose und Victoria, die nun beide Söhne verloren haben.
Ganz Spanien trauert mit den beiden Eltern von Julen, Jose und Victoria, die nun beide Söhne verloren haben. - Foto: © APA/AFP

Die Autopsie am Samstag habe ergeben, dass der Kleine offenbar bereits am Tag des Sturzes am 13. Januar an schweren Kopfverletzungen gestorben sei, berichteten spanische Medien unter Berufung auf den vorläufigen Obduktionsbericht.

„Als der Kleine entdeckt wurde, herrschte im Schacht eine Stunde lang totale Stille“, beschrieb einer der Helfer die Reaktion seiner Kollegen. Innenminister Fernando Grande-Marlaska dankte allen für ihren unermüdlichen Einsatz. „Es wurde alles Menschenmögliche getan“, sagte er.

Foto: Ansa

Ein Bild aus glücklichen Tagen: Julen (vorne) und sein Bruder, der 2017 ebenfalls starb, gemeinsam mit den Eltern Victoria und Jose. - Foto: Ansa

Am frühen Sonntagnachmittag wurde Julen im Viertel El Palo der andalusischen Stadt Málaga unter riesiger Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt. Tränen und weiße Blumen hätten die Beerdigungszeremonie geprägt, schrieben Medien.

Den Untersuchungen zufolge ist der Junge „im freien Fall“ 71 Meter tief gestürzt, bevor eine Erdschicht seinen Körper stoppte. Offenbar löste sich dabei Gestein, das von oben auf ihn herabfiel und tödlich am Kopf verletzte. Das Kind stürzte mit den Füßen voran in den Schacht, seine Arme seien nach oben ausgestreckt gewesen, hieß es.

dpa

stol