Sonntag, 13. November 2016

Spektakel am Himmel: „Supermond“ über Südtirol

Am Montag wird ein Riesen-Vollmond am Nachthimmel zu sehen sein. Der Erdtrabant kommt der Erde so nah wie selten. STOL hat sich bei Johannes Karl Haller, Präsident der Amateurastronomen „Max Valier“, genauer über das Spektakel erkundigt.

Supermond über Südtirol: Am Montag gibt es ein seltenes Spektakel am Himmel. - Foto: ÖTK
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Supermond über Südtirol: Am Montag gibt es ein seltenes Spektakel am Himmel. - Foto: ÖTK

Südtirol Online: Stichwort „Supermond“ – was macht den Mond am Montag so „super“, dass er sich diesen Namen verdient?
Johannes Karl Haller, Präsident der Amateurastronomen „Max Valier“: Unser Mond umrundet die Erde auf einer elliptischen Umlaufbahn. Das bedeutet: Jeden Monat befindet sich der Mond einmal näher an der Erde – Perigäum – und einmal weiter entfernt – Apogäum. Diese Entfernung schwankt zwischen 356.000 Kilometern und 407.000 Kilometern. Einmal mehr und einmal weniger. Fällt der Vollmond genau mit dem Perigäum zusammen, so wird gerne von einem „Supermond“ gesprochen. Wobei „Supermond“ kein astronomischer Fachbegriff ist. Dieses Mal kommt der (Voll)Mond der Erde so nahe wie seit 26. 01. 1948 nicht mehr und wird uns erst am 25. 11 2034 wieder so nahe sein.

STOL: Sieht man den „Supermond“ in Südtirol?
Haller: Wenn man nicht Bescheid weiß, wird man wahrscheinlich kaum einen Unterschied zu einem normalen Vollmond bemerken. Wir hatten dieses Jahr, am 22. April, den kleinsten Vollmond des Jahres und im Vergleich dazu ist der „Supermond“ gerade mal um 13 Prozent größer. Zum Vergleich: Der Größenunterschied entspricht ungefähr dem einer 1-Euro- und einer 2-Euro-Münze. Jedoch bewirken diese 13 Prozent schon, dass der Mond um etwa 30 Prozent heller erscheint als beim kleinsten Vollmond. Auch wenn der Unterschied nur gering ist, ist der Mond immer eine Beobachtung wert und das Wetter sollte auch einigermaßen mitspielen.

6 Uhr in Bozen. - Foto: STOL

STOL: Irgendwelche „Supermond“-Auswirkungen von denen wir wissen sollten?
Haller: Auch ein „Supermond“ ist nur ein Mond, der sich in Erdnähe befindet und von der Sonne voll beleuchtet wird. Die Flut fällt in der Regel lediglich ein paar Zentimeter höher aus als normal. Und auch sonst werden wir keine ungewöhnlichen Auswirkungen auf der Erde bemerken.

STOL: Schlafstörungen?
Haller: Da muss ich Sie leider an einen Mediziner oder Psychologen verweisen. Es gibt sowohl Studien die das belegen, als auch solche, die dem widersprechen.

STOL: Aber sehenswert ist der „Supermond“?
Haller: Der „Supermond“ ist optisch sicher eindrucksvoll, aber sonst ein Vollmond wie viele andere auch. Deshalb haben wir in Gummer auch keine Sonderführung geplant. Ich möchte aber alle Interessierte ermutigen, sich warm anzuziehen, ein dunkles Plätzchen fernab der Lichtverschmutzung aufzusuchen und den Vollmond zu genießen. Ob mit freiem Auge, Feldstecher, Teleskop oder mit Stativ und Fotoapparat: Den Nachthimmel zu beobachten, lohnt sich immer.

stol

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