Freitag, 23. Oktober 2015

Stempeln für die Kollegen: So schwänzten Sanremos Beamte ihre Arbeit

Wer möchte oft nicht auch lieber Kanu fahren, anstatt im Büro seiner Arbeit nachzugehen - aber trotzdem bezahlt werden? Für 72 Prozent der städtischen Angestellten von Sanremo war das Alltag. Wie die Polizei nach langen Ermittlungen mitteilte, waren die Angestellten regelmäßig über Stunden nicht an ihrem Arbeitsplatz anzutreffen, dafür aber beim Kanu- und Aquascooterfahren.

So dreist: Sie stempelten massenhaft für ihre fehlenden Kollegen den Arbeitsein- und Ausgang.
So dreist: Sie stempelten massenhaft für ihre fehlenden Kollegen den Arbeitsein- und Ausgang.

Viele städtische Angestellte des italienischen Kurortes Sanremo fahren während ihrer Arbeitszeit lieber Kanu oder gehen stundenlang Kaffee trinken, als im Büro zu sitzen. Wäre ja nichts weiter dabei, wenn sie dies im Urlaub oder ihrer Freizeit täten. 

Aber nein: mitten in der Arbeitszeit - und die noch offiziell gestempelt. Wie Videos der Polizei beweisen, haben Arbeitskollegen oft stapelweise füreinander die Stempelkarte benutzt (siehe Video). 

Nach einem ersten Verdacht hatten die Ermittler beschlossen, die Behördenvertreter zu beschatten, und dazu unter anderem an vier Hauptgebäuden der Stadtverwaltung Überwachungskameras angebracht.

Auch noch Überstunden angemeldet

Die Ermittlungen ergaben, dass sich 196 der überwachten Angestellten und damit 72 Prozent „häufiger Unregelmäßigkeiten schuldig“ gemacht hätten. Unter anderem schwänzte ein Beamter regelmäßig seinen Dienst und fuhr stattdessen Kanu - meldete aber trotzdem Überstunden an.

Laut Polizei wurden gegen 114 der ertappten Behördenvertreter strafrechtliche Verfahren eingeleitet. Gegen 35 von ihnen wurde bis zu ihrem Prozess Hausarrest verhängt, die anderen müssen wegen der Geringfügigkeit ihrer Vergehen keinen Prozess befürchten.

dpa

stol