Mittwoch, 12. August 2015

Sterzing: Soll die Innere Medizin ausgeblutet werden?

Die Innere Medizin am Sterzinger Krankenhaus muss derzeit ohne Primar auskommen. Aber nicht nur: In der gesamten Abteilung herrscht akuter Personalmangel. Die Politiker vor Ort schlagen Alarm.

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Foto: © STOL

In einer Pressemitteilung fordert die Wipptaler SVP am Mittwoch eine rasche Besetzung des Primariates. „Die gegebene Dringlichkeit duldet keinen weiteren Aufschub, will man nicht in kurzer Zeit den gänzlichen Zusammenbruch der Abteilung in Kauf nehmen“, betont darin SVP-Bezirksobmann Karl Polig.

Die Tatsache, dass in Abteilung akuter Personalmangel herrsche, sei den zuständigen Organen seit langem bekannt. Trotzdem habe man die Sitzung des zuständigen Sanitätsrates nun bereits zum zweiten Mal abgesagt, da die notwendige Anzahl an Mitgliedern zur Beschlussfähigkeit nicht gegeben war.

„Man muss sich deshalb schon fragen, ob das schleichende Ausbluten einer vormals so gut funktionierenden Abteilung bewusst in Kauf genommen wird“, gibt Bezirksobmann Polig zu bedenken.

"Worte der obersten Vertreter klingen wie Hohn"

Jedes weitere Hinausschieben der Nachbesetzung verschlimmere die Situation am Sterzinger Krankenhaus noch weiter. Von einer angemessenen, wohnortnahen medizinischen Betreuung der Wipptaler Bevölkerung könne so nicht mehr gesprochen werden. „Es klingt wie ein Hohn, wenn die obersten Vertreter des Gesundheitsbetriebes ständig beteuern, dass die periphere Versorgung aufgewertet und das Gesundheitssystem kapillarer und flächendeckender arbeiten soll, aber von einer praktischen Umsetzung dieser Leitlinien nichts zu spüren ist“, so Polig.

stol