Freitag, 15. Mai 2020

#StopHomophobia: Kampagne gegen Homophobie in Südtirol

Centaurus Arcigay setzt sich gegen Homophobie in Südtirol ein. Mit der Online-Kampagne zum internationalen Tag gegen Homophobie am kommenden Sonntag (17. Mai) #StopHomophobia richtet der Verein das Augenmerk auf die sozial verletzlichsten LGBTQIA+Personen.

Zahlreiche Südtiroler bezogen im Rahmen der Aktion #StopHomophobia Stellung gegen Homophobie.
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Zahlreiche Südtiroler bezogen im Rahmen der Aktion #StopHomophobia Stellung gegen Homophobie. - Foto: © Centaurus Arcigay
Centaurus Arcigay hat selbst während dem Lockdown seinen Einsatz gegen die Homophobie nie aufgegeben. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi- und Transphobie „IDAHOBIT 2020“ hat man die gesamte Bürgerschaft dazu aufgerufen in der Social-Media-Kampagne #STOPHOMOPHOBIA das Gesicht zu zeigen. Dabei wurde ein Video-Kollage von Fotos bestehend aus 73 Fotos realisiert, in denen Bürgern eine klare Position gegen Homophobie beziehen.

Nicht nur LGBTQIA+Aktivisten haben teilgenommen, sondern auch deren Familien, Freunde, gewöhnliche Menschen, sowie jene die in unserem Land in der Öffentlichkeit stehen. Auch einige Vertreter von Cgil-Agb, das gesamte Team der Kontakteinheit vom Projekt Alba des Vereins Volontarius und eine Vertreterin der Beratungsstelle AIED haben an der Initiative teilgenommen.

Homophobie weiter ein Problem

Trotz einer breiteren allgemeinen Wahrnehmung einer größeren Einbeziehung von LGBTQIA+Personen, stellt Centaurus weiterhin Episoden von Homo-Bi-Transphobie fest: „Wir erinnern nicht nur an den bekannten Fall von homophoben Bullying, welcher im Februar dieses Jahres in einer Bozner Schule vorgefallen ist, sondern auch an die zahlreichen Situationen 'subtiler' homophober Gewalt, welche sich durch die Verwendung einer beleidigenden Sprache, mittels ausgrenzender Behandlung und mit den Aussagen bestimmter politischer Kräfte, welche LGBTQIA+Personen zum Schweigen zu bringen oder unsichtbar zu machen suchen.“

Centaurus stellt überdies eine beunruhigende Tatsache fest: In den letzten Jahren sind Meldungen junger und auch weniger junger Menschen eingeflossen, welche von ihrem Zuhause entfernt wurden oder melden, damit von ihren Eltern bedroht worden zu sein. Gleichfalls fließen beim Verein Meldungen von Personen in Situation sozialer Verletzlichkeit ein, welche lieber nicht der bestehenden Empfangsdienste verfügen, da sie sich dort als Homo- bzw. Trans-Personen nicht sicher fühlen.

An diese Situation ergänzt sich die Periode der sozialen Einschränkung, welche sich für LGBTQIA+Personen besonders schwer auswirkt, wenn diese gezwungen sind in einem homo-trans-negativen familiären Umfeld zu leben. Dies nicht nur wegen der daraus folgenden Isolation und Einsamkeit, sondern auch infolge der psychologischen Gewalt seitens der sie ablehnenden Familie.

Internationaler Tag gegen Homophobie

Am 17. Mai erinnert der IDAHOBIT alljährlich an die Streichung der Homosexualität aus der List der Geisteskrankheiten im Jahre 1990. Dies war der 1. Schritt für die volle Anerkennung der Würde von homo- und bisexuellen Menschen. Trans-Menschen hingegen mussten bis zum 18. Mai 2018 warten, um einen ähnlichen Umstand zu erleben, obwohl weiterhin der Prozess der medizinischen und gesetzlichen Behauptung der Geschlechtsidentität weit von der vollen Anerkennung und dem Respekt gegenüber den Betroffenen entfernt ist.

Aus diesen Gründen setzt der Verein Centaurus sein Augenmerk auf die Notwendigkeit den Schutz für die verletzlichsten Menschen zu erneuern und erinnert daran, dass der Beratungsdienst “SpIQ Help-Point“ immer aktiv ist. Der Zugang ist entweder schriftlich unter der Mail [email protected] oder telefonisch unter der Nummer 0471.976342, welche auch über Whatsapp oder unter Telegram @spiqhp funktioniert.

stol