Mittwoch, 10. März 2021

#StopRacism: Bist du sicher, dass du nicht rassistisch denkst?

Rund um den internationalen Tag gegen rassistische Diskriminierung am 21. März finden weltweit Aktionen statt. In vielen Ländern werden sie in Aktionswochen zusammengefasst. Für Südtirol hat auch heuer wieder die OEW zu „Stop Racism! Aktionswochen gegen Rassismus“ eingeladen.

Bis 21. März laufen die Aktionswochen zu „Stop Racism“.
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Bis 21. März laufen die Aktionswochen zu „Stop Racism“. - Foto: © OEW
Rund 30 Organisationen sind dem Ruf der Organisation für Eine solidarische Welt (OEW) gefolgt und bringen sich vom 8. bis 21. März (on- wie offline) mit verschiedenen Veranstaltungen in die Aktionswochen ein.

Zum Auftakt haben sich am heutigen Mittwoch Vertreterinnen und Vertreter der Organisationen vor dem Waltherhaus in Bozen versammelt und einige Events der Aktionswochen vorgestellt, einsehbar unter www.stopracism.it.




„Bist du sicher, dass du nicht rassistisch denkst?“, titelt die Kampagne der Aktionswochen „Stop Racism!“ 2021 in Südtirol. Sie nimmt auf Momente des Alltagsrassismus Bezug, zu denen es allzu oft ohne verletzende Absicht kommt.

Die Social-Media-Kampagne wurde von Samia Kaffouf, Studentin der Kommunikations- und Kulturwissenschaften an der Universität in Brixen, gestaltet. Sie möchte dafür sensibilisieren, dass Rassismus in unserem gesellschaftlichen Kontext tief verwurzelt ist.

„Viele sind unbewusst rassistisch“

„Niemand will als Rassist*in bezeichnet werden, aber gesellschaftlich eingebettete Vorurteile beeinflussen ständig und ganz unbewusst unsere Art zu denken und handeln“, so Kaffouf.

In den aller meisten Fällen sei es nicht böse gemeint, wenn Personen mit sichtbarem Migrationshintergrund für ihre hervorragenden Sprachkenntnisse gelobt, wenn sie positiv überrascht auf ihren Studientitel angesprochen werden oder sich Fremde für ihre Haare interessieren. Dennoch seien solche Aussagen ausgrenzend.

Denn sie machten den Adressat*innen immer wieder klar, dass sie nicht ins vorherrschende Bild eines*r Südtirolers*in passen. Und dies allein aufgrund von Äußerlichkeiten.

„Zudem muss Rassismus in einer globalisierten Welt neu kontextualisiert werden“, ergänzt die Macherin der Kampagne.

Man denke beispielsweise an die sogenannten „neuen Generationen“, die sich aus Menschen zusammensetzen, deren Vorfahren zwar nach Italien eingewandert, die selbst aber nicht zwangsläufig migriert sind.

Diese Generationen seien neuen Formen von Diskriminierung ausgesetzt, die oft subtiler seien als jene, denen Personen der „ersten Generation“ ausgesetzt waren. Auch auf diese Diskriminierungsformen möchten die 30 Organisationen während der Aktionswochen eingehen.

„Eigenes Denken und Handeln reflektieren“

„Es ist wichtig, das eigene Denken und Handeln zu reflektieren, besonders wenn man das Privileg hat, rassistischer Diskriminierung nicht ausgesetzt zu sein“, sagt Adrian Luncke, OEW-Bereichsleiter „Vielfalt&Miteinander“ und Koordinator der Initiative „Stop Racism!“.

Es erfordere schonungslose Ehrlichkeit, sich selbst gegenüber einzugestehen, wie man selbst durch Rassismen geprägt sei und wie sich diese – wenn auch ungewollt – durch die eigenen Handlungen fortschreiben können. Und dies auf Kosten einiger Bürger. Neben der Selbstreflexion könne Begegnung ein Mittel sein, um die eigene Voreingenommenheit zu überprüfen und zu einem fairen Miteinander zu gelangen, führt er fort.

Auch Volksanwältin Gabriele Morandell war am Mittwoch vor Ort und äußerte sich positiv zu den Aktionen der Südtiroler Vereine. Innerhalb ihres Büros wird in allernächster Zeit die Antidiskriminierungsstelle eröffnet, die sich – eingerichtet durch die Autonome Provinz Südtirol – dauerhaft auch mit rassistisch motivierten Ungleichbehandlungen auseinandersetzen wird. Dabei wird sich auch wichtige Netzwerk- und Sensibilisierungsarbeit leisten.

Folgende Organisationen beteiligen sich an den Aktionswochen gegen Rassismus (2021):


Associazione Centaurus Arcigay Alto Adige Südtirol; Associazione Scioglilingua; Bildungshaus Kloster; Neustift; Caritas; Caritas Diocesi Bolzano-Bressanone; Centro giovani Connection; Centro Pace; Centro per la Pace / Friedenszentrum; Cgil Alto Adige; Circolo Culturale ANPI; Circolo Culturale Kulturverein; Franca “Anita“ Turra e Hans Egarter ; Cooperativa Contro Tempo Teatro Bolzano; Evangelische Gemeinde Bozen; Fachstelle Gewalt – Forum Prävention; Frauenmuseum; HRI-Human Rights International; Jugenddienst Brixen; Jugenddienst Lana-Tisens; Jugendtreff VKE Bozen; Jugenddienst Unteres Eisacktal; Jugendzentrum Kass; Kolpingjugend Südtirol; Kuba-Kaltern; Landesberufsschule Savoy; Lungomare Bolzano-Bozen; OEW-Organisation für Eine solidarische Welt; Stadtbibliothek Bruneck; Stadtbibliothek Sterzing; Volontarius.

stol

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