Donnerstag, 07. September 2017

Streik des Zugpersonals - und was für die Sicherheit getan wird

Schaffner und Lokführer legen am Donnerstag von 9.01 bis 17 Uhr ihre Arbeit nieder. Der Grund: die Angst, am Arbeitsplatz Opfer von Übergriffen zu werden. Da es immer häufiger zu Zwischenfällen mit blinden und ausrastenden Passagieren kommt, laufen auch in Südtirol die Fäden der Bahnbetreiber und Ordnungshüter zusammen - mit einigen konkreten Maßnahmen.

Der Sicherheitsgipfel mit dem Regierungskommissär für die Provinz Bozen, Präfekt Vito Cusumano.
Badge Local
Der Sicherheitsgipfel mit dem Regierungskommissär für die Provinz Bozen, Präfekt Vito Cusumano.

Der Regierungskommissär für die Provinz Bozen, Präfekt Vito Cusumano, hat am Mittwoch bei einem Treffen eine detaillierte Analyse der Sicherheitslage in den Personenzügen entlang der Brennerroute und den primären Nebenlinen im Land angekündigt. 

Der Streik am Donnerstag

Grund: die zunehmenden Übergriffe auf Lokführer und Schaffner (STOL hat berichtet). Deswegen haben die Gewerkschaften von Südtirol und dem Trentino (FILT CGIL, FIT SGBCISL, UILT UIL, UGL, ORSA Ferrovie) für Donnerstag einen Streik für die gesamte Belegschaft der Züge ausgerufen.
Betroffen sind alle Züge des Regionalverkehrs der Linie vom Brenner bis Verona, von Bozen bis Meran, von Franzensfeste bis Innichen und von Trient nach Bassano. Ausgeschlossen sind alle Eurocity Züge von und nach München, Frecciargento von und nach Rom, die Regionalzüge der SAD und von Trentino Trasporti.

Treffen zur Sicherheit

Auch wenn es sich in Südtirol bei den Übergriffen auf das Zugpersonal um ein marginales Phänomen handle, werde doch jegliche Zusammenarbeit mit den Betreibern der Zugdienste geprüft. Beim Treffen anwesend waren neben den Vertretern der Eisenbahnpolizei von Verona und Bozen auch die Kommandanten der hiesigen Carabinieri, Finanzwache, Gemeindepolizei von Bozen, Meran, Brixen, Bruneck und Sterzing, die Zuständigen vom Amt für Mobilität, der Eisenbahnbetreiber RFI, Trenitalia und der SAD.

Die gemeldeten Übergriffe in Südtirol seien vor allem verbale Attacken und unbeherrschtes Verhalten. "Um die Sicherheit an Bord, der Zugreisenden und des dort tätigen Personals zu gewährleisten, sind in erster Linie präventive Maßnahmen zu setzen", so Cusumano. 

Die Maßnahmen

Einerseits sollen die Kontrollen durch Bahn- und Staatspolizei in Waggons und in den Bahnhöfen entlang der Brennerstrecke weitergeführt werden, in Abstimmung mit der jeweiligen Ortspolizei, welche die Kontrollen außerhalb des Bahnhofs übernehmen wird, um heikle Situationen vorab entschärfen zu können. Weiters soll von der Trenitalia und der SAD eingestelltes Sicherheitspersonal an Bord Wachdienste versehen.
An den Hauptbahnhöfen entlang der Brenneroute soll durch die Ordnungshüter bereits vorab eine Kontrolle der Personen stattfinden, die einen Zug besteigen wollen und dies nur mit gültigem Ticket möglich sein. 

Weitere Maßnahmen - etwa eigene Sonderpläne für die Sicherheit in den einzelnen Bahnhöfen - können bei noch folgenden Sitzungen angedacht werden. 

stol

stol