Montag, 09. Juli 2018

Südtiroler Haushalte: 75 Prozent sind online

Waren es vor 10 Jahren noch knapp die Hälfte, so verfügen 2017 mehr als 75 Prozent der Südtiroler Haushalte über einen Internetanschluss. Das Landesinstitut für Statistik Astat hat die aktuellsten Zahlen aufgeschlüsselt.

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Foto: © shutterstock

Eine Breitbandverbindung über das Festnetz (ADSL, Glasfaserkabel oder ähnliches) ist die am meisten verwendete Anschlusstechnik.

Der Großteil (40 Prozent) jener Haushalte, die keinen Internetzugang haben, halten das Netz für nicht nützlich oder interessant - oder kennen sich einfach nicht gut genug aus. Weitere Gründe sind die Verwendung des Internets außerhalb der heimischen 4 Wände (etwa 20 Prozent) oder zu hohe Kosten (weniger als 10 Prozent). Für einen kleinen Prozentsatz (etwa 5 Prozent) ist die Unsicherheit bezüglich dem Schutz ihrer Privatsphäre ausschlaggebend für die Entscheidung gegen das Internet.

Junge Generation fast vollständig online

Das Alter hat laut der ASTAT-Experten mit Abstand den größten Einfluss auf die Internetnutzung: Während nur etwas mehr als die Hälfte der 55- bis 74-Jährigen in den drei Monaten vor der Befragung das Internet benutzt haben, waren es fast 94 Prozent der 16- bis 34-Jährigen.

Durchschnittlich surfen Internetbenutzer mit zwei Geräten im Internet. Das am häufigsten verwendete Gerät ist das Smartphone bzw. Handy (fünf von sechs Nutzern), es folgen der PC, der Laptop (jeweils die Hälfte der Nutzer) und das Tablet (zwei von zehn Nutzern).

Kulturelle Inhalte besonders beliebt

Etwa 80 Prozent der 16- bis 74-jährigen Internetnutzer haben in den 3 Monaten vor der Befragung das Internet verwendet, um kulturelle Inhalte aufzurufen. Dabei ist die Lektüre von Zeitungen und Zeitschriften in allen Altersklassen relativ weit verbreitet (drei von fünf Internetnutzer).

Die anderen Formen des kulturellen Konsums im Internet finden sich hingegen typischerweise bei den jüngeren Nutzern. Vor allem sind das Herunterladen von Bildern, Filmen oder Musik (einer von drei Internetnutzern) sowie das Ansehen von Videos und Filmen über Streaming (jeweils drei bzw. zwei von zehn Internetnutzern) bei den Jüngeren beliebt. Einer von fünf Nutzern hört Internetradio und ebenso viele streamen Fernsehprogramme. Einer von sechs Internetnutzern nutzt das Internet, um sich weiterzubilden.

Emails immer noch gut genutzt

Auch die Kommunikation über das Internet, insbesondere der Austausch von E-Mails, zählt zu den wichtigsten Online-Tätigkeiten, da sie von mehr als 75 Prozent aller Internetnutzer quer durch alle Altersklassen genutzt wird.

Die Beteiligung an den sozialen Netzwerken (einer von zwei Internetnutzern) sowie das Schreiben von Nachrichten in Chats, Blogs, Newsgroups und Diskussionsforen (einer von drei Internetnutzern) sind vor allem bei den Jüngeren verbreitet, doch wird diese Aktivität auch bei älteren Nutzern immer beliebter.

Außerdem werden im Netz gerne Informationen über Waren und Dienstleistungen gesucht, auch Bankdienste erfreuen sich großer Beliebtheit bei den Internetusern. Zwei von fünf Nutzern erkundigen sich online über Reise- und Unterkunftsdienste und informieren sich über die Gesundheit.

Weiters wurde mit den Online-Aktivitäten die Beziehung zwischen Bürgern und Verwaltung (E-Government) analysiert. Drei von zehn der 16- bis 74-jährigen Internetnutzer haben in den zwölf Monaten vor der Befragung das Internet verwendet, um Informationen auf den Seiten der öffentlichen Verwaltung zu suchen, fast genauso viele haben Formblätter von Seiten der öffentlichen Verwaltung heruntergeladen, und zwei von zehn Internetnutzern haben Online-Formulare an dieselbe übermittelt.

Online-Shopping in Südtirol noch nicht massiv verbreitet

Etwa vier von zehn Südtiroler haben in den zwölf Monaten vor der Befragung Onlinekäufe getätigt. Der Prozentsatz der Onlinekäufer variiert erheblich innerhalb der Europäischen Union, von 16 Prozent der Bürger Rumäniens bis zu 86 Prozent der Bürger in Großbritannien.

Der prozentuelle Anteil in Südtirol liegt zwar etwas höher als auf nationaler Ebene (32 Prozent), ist jedoch deutlich niedriger als in den meisten europäischen Ländern, einschließlich im benachbarten Österreich (62 Prozent).

stol/liz

stol