Freitag, 25. September 2015

Südtiroler Schützenhilfe auf der Münchner Wiesn

Dem Oktoberfest in München stehen die zwei "Italienerwochenenden" bevor. Um dabei auch in Sachen Sprachbarrieren gewappnet zu sein, werden die lokalen Rettungskräfte und Ordnunghüter von Bozner Berufsfeuerwehrleuten und Staatspolizisten unterstützt.

Bozner Berufsfeuerwehrleute in der Münchner Leitstelle.
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Bozner Berufsfeuerwehrleute in der Münchner Leitstelle.

Am zweiten und dritten Wiesnwochenende, besuchen traditionell zehntausende italienischsprachige Besucher das Oktoberfest. Drei Disponenten der Berufsfeuerwehr Bozen unterstützen in dieser Zeit wiederum die Kollegen in der Münchner integrierten Leitstelle.

Notrufe in italienischer Sprache 

Mit diesem bereits seit mehreren Jahren laufenden Projekt wird versucht, ankommende Notrufe noch effektiver und schneller zu bearbeiten.

Nimmt an diesen Wochenenden ein Münchner Disponent einen Notruf in italienischer Sprache entgegen, so kann sich der Bozner Kollege mit ins Gespräch einschalten und die gezielte Abfrage in italienisch übernehmen. "Und es werden an diesen beiden Wochenenden sicherlich wiederum eine Vielzahl an Notrufen von italienischsprachigen Bürgern abgearbeitet werden", so die Berufsfeuerwehr.

Polizeibeamte mit gleichen Rechten

Auch der Einsatz uniformierter italienischer Beamten auf dem Münchner Oktoberfest hat inzwischen Tradition. Bereits seit dem Jahre 2005 leisten Angehörige der „Polizia di Stato“ ihren uniformierten Dienst auf dem Festgelände.

Die fünf italienischen Polizeibeamten sind dabei nicht nur in Uniform und bewaffnet unterwegs, vielmehr hat jeder einzelne von ihnen auch alle Befugnisse eines Münchner Polizeibeamten. Die Bozner Quästur betitelt dies als "Pionierleistung bei der europäischen polizeilichen Zusammenarbeit".

Die Münchner Polizei erhalte wertvolle Unterstützung bei Einsätzen mit italienischen Gästen und vor allem der präventive Effekt sei bedeutsam. "Den Polizeibeamten der Polizia di Stato ist es schon häufig gelungen, bereits im Vorfeld, Auseinandersetzungen erst gar nicht aufkommen zu lassen. Häufig genügt hierfür bereits ihre Anwesenheit", so die Quästur überzeugt.

Über das ganze Jahr

Auch bei der Berufsfeuerwehr sieht man einen zusätzlichen Nutzen der Schützenhilfe.

"Man erreicht dadurch auch ein besseres gegenseitiges Kennenlernen und so eine Verbesserung der Zusammenarbeit für das ganze Jahr zwischen den beiden Einsatzzentralen", so die Berufsfeuerwehr. So komme es immer häufiger vor, dass man mittels Telefonkonferenzen von Bozen aus bei Notwendigkeit den Münchner Kollegen helfen kann, sprachliche Barrieren besser zu überwinden.

stol/ker 

stol