Freitag, 12. Juli 2019

Südtiroler Spenden: Mit 9 Euro ein Leben retten

Alle 3,5 Sekunden verhungert irgendwo auf der Welt ein Mensch. 821 Millionen Menschen weltweit sind chronisch unterernährt. Die Diözese Bozen-Brixen machte darauf am Freitag mit Hilfe eines „Smartmobs“ aufmerksam.

In 30 Minuten verhungern 514 Menschen. Ihre fiktiven Namen wurden im Rahmen des "Smartmobs" aufgeschrieben und auf den Boden gelegt.
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In 30 Minuten verhungern 514 Menschen. Ihre fiktiven Namen wurden im Rahmen des "Smartmobs" aufgeschrieben und auf den Boden gelegt.

Dazu wurden die fiktiven Namen jener Menschen, die laut Diözese in den 30 Minuten der Pressekonferenz verhungern würden, auf Papier geschrieben und auf den Boden gelegt. Am Ende der Aktion waren es 514 Namen, denn: alle 3,5 Sekunden kommt ein weiterer dazu.

„Alleine in Afrika sind 257 Millionen Menschen akut von Hunger betroffen“, erklärte Caritas-Direktor Paolo Valente. Besonders schlimm sei es in Ländern südlich der Sahara, dort müssten jeden Tag 237 Millionen Menschen ums Überleben kämpfen.

Valente betonte: „Der ständige Hunger raubt den Kindern die Zukunft, bevor sie überhaupt angefangen hat.“

 

Hungerpatenschaft um 9 Euro

Um dagegen anzukämpfen, hat die Caritas die Spendenaktion „Hunger macht keine Ferien“ ins Leben gerufen. Sie findet bereits zum 12. Mal in Südtirol statt. „Weil die Südtiroler so großzügig mitmachen, konnten bislang schon Projekte im Wasserbereich und der Landwirtschaft finanziert werden.“ Über 10 000 Südtiroler haben bislang für diese Caritas-Projekte gespendet.

Mit einer „Hungerpatenschaft“ um 9 Euro im Monat wird unter anderem der Zugang zu Trinkwasser ermöglicht, die Weiterbildung von Frauen garantiert und Kleinkredite für Familien geschaffen.

Die Spenden helfen aber auch bei größeren Krisen. Der Südtiroler Missionar Pater Adolf Pöll ist in Kenia aktiv und berichtet: „Die Ernte bei uns war nicht gut. Es hat zu viel geregnet und die Fluten haben die Felder unter Wasser gesetzt. Das Saatgut wurde vernichtet.“ Mit den Spenden habe man neues Saatgut kaufen können.  

 

1 Million Euro für 8 afrikanische Länder

Auf Anregung von Bischof Ivo Muser lassen die Südtiroler Pfarreien am Freitag, dem 26. Juli, um 15 Uhr die Kirchenglocken lauter und länger läuten als gewöhnlich, zeitgleich mit den österreichischen Pfarreien. „Wir wollen wachrufen und auf den Hunger aufmerksam machen. Denn er passiert meistens im Stillen, fernab von den Medienberichten“, erklärt Generalvikar Eugen Runggaldier.

Besonders wichtig im Kampf gegen den Hunger seien nachhaltigen Investitionen wie etwa Schulungen für Kleinbauern, die ihnen helfen, sich ein Leben ohne Hunger aufzubauen. Im vergangenen Jahr hat die Caritas rund 1 Million Euro für diese Projekte in 8 verschiedenen afrikanischen Ländern eingesetzt.

stol/lmu

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stol