8552 Maßnahmen zur energetischen Sanierung mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von knapp 2 Milliarden Euro sind in der gesamten Region Trentino-Südtirol seit Einführung des Superbonus bis Ende Mai dieses Jahres durchgeführt worden. <BR /><BR />Diese Zahlen hat die gesamtstaatliche Agentur für neue Technologien, Energie und Entwicklung einer nachhaltigen Wirtschaft (Enea) vorgelegt. Dank einer Landtagsanfrage des Trentiner 5-Sterne-Abgeordneten Alex Marini liegen nun auch die detaillierten Zahlen vor, wie in den jeweiligen Ländern für die energetische Sanierung von Gebäuden auf den staatlichen Topf zurückgegriffen wurde. <BR /><BR />Allein ein Blick auf die getätigte Gesamtinvestitionssumme zeigt, dass das Trentino gegenüber Südtirol meilenweit die Nase vorn hat. Während südlich zwischen Salurn und Borghetto über 1,4 Milliarden in energetische Sanierungen, Fotovoltaikanlagen, den Austausch von Heizanlagen usw. investiert worden sind, waren es hierzulande mit dem Superbonus gerade mal deren 470 Millionen Euro. Noch drastischer ist der Unterschied bei der Anzahl der getätigten Eingriffe: über 7000 waren es im Trentino, nur knapp 1500 in Südtirol. <h3> Mit Verzögerung gestartet</h3>Ursachen dafür, dass der Superbonus von Südtirols Immobilienbesitzern kaum genutzt wurde, gibt es gleich mehrere. „Zum einen ist das Ganze hierzulande mit ordentlicher Verzögerung gestartet“, weiß Gunde Bauhofer, Geschäftsführerin der Südtiroler Verbraucherzentrale (VZS). Der Grund für Verzögerungen und Anlaufschwierigkeiten sei laut Markus Bernhard, Obmann des Baugewerbes, gewesen, dass sich Ingenieure und Techniker erst einmal mit der komplexen Materie auseinandersetzen mussten. „Dadurch ist schon einmal ein ganzes Jahr vergangen“, sagt er. <BR /><BR />Hinzu kämen die Vorbehalte, die sehr viele im Land dem Staat gegenüber hätten, so Bernard. Man denke nur an die Förderung von Fotovoltaikanlagen in Vergangenheit, bei der Rom bei laufendem Spiel die Regeln bei der Auszahlung geändert habe und in der Folge viele durch die Finger geschaut hätten. Bei Mehrfamilienhäusern, für die der Superbonus in verringertem Maße nach wie vor beansprucht werden kann, seien es nicht zuletzt Uneinigkeiten bei den Wohnungsbesitzern gewesen, die die Nutzung der staatlichen Unterstützung zunichte gemacht hätten, weiß Bernard. „Gebäude, die dringend sanierungsbedürftig wären, gäbe es jedenfalls zur Genüge in Südtirol“, so der Baumeister.<BR /><BR /><embed id="dtext86-60379701_quote" /><BR /><BR />Eine einfache Erklärung, wieso in Südtirol der staatliche Superbonus weit weniger genutzt wurde als im Trentino hat Landesrat Giuliano Vettorato. „Die Südtiroler haben offensichtlich mehr Vertrauen in den Landesadler und haben für energetische Sanierungen vermehrt um eine Landesbeiträge angesucht“, sagt er. Allein im laufenden Jahr lägen Ansuchen im Gesamtwert von rund 35 Millionen Euro vor. Und der Superbonus sei, bis auf Mehrfamilienhäuser ohnehin Geschichte. <BR />