Mittwoch, 14. Oktober 2015

Tante zieht gegen Buben vor Gericht

Weil er seine Tante bei einer überschwänglichen Begrüßung zu Fall brachte, hat sich ein inzwischen zwölfjähriger Bub in den USA vor Gericht verantworten müssen.

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Mehr als viereinhalb Jahre nach dem Vorfall befassten sich die Geschworenen an einem Gericht im Bundesstaat Connecticut mit der Schadensersatzklage der 54-Jährigen – und wiesen diese nach nicht einmal einstündigen Beratungen zurück.

Die New Yorkerin Jennifer Connell hatte am 18. März 2011 ihren Neffen Sean Tarala zu seinem achtem Geburtstag in der Stadt Westport besucht. Der Bub freute sich offenbar sehr: Laut der Klageschrift rannte er die Tante beim Versuch, sie zu umarmen, fast um, sie stürzte und brach sich das Handgelenk.

Der Bruch sei eindeutig der „Leichtsinnigkeit“ des damals Achtjährigen geschuldet, heißt es in der Klage weiter: Jedes „vernünftige“ Kind in dem Alter hätte gewusst oder wissen müssen, dass eine derartig forsche Begrüßung gefährlich sein könnte.

Connell hatte im Februar 2013 Klage am Gericht in Bridgeport eingereicht. Sie forderte nach Angaben der Lokalpresse Schadenersatz in Höhe von 127.000 Dollar (111.658,17 Euro). Die 54-Jährige machte geltend, dass eine Narbe seitdem ihren Arm entstelle, dass sie zudem bis heute an den Folgen des Sturzes leide und auch in Zukunft keine Besserung zu erwarten sei. Ihre „Fähigkeiten, die Aktivitäten des gesellschaftlichen Lebens zu genießen“, seien „eingeschränkt“.

Der Prozess dauerte knapp zwei Tage, der Bub war der einzige Beklagte.

apa/afp

stol