Freitag, 24. März 2017

Thun-Engel: Grünes Licht für "copyright"

Weil eine Firma in den Marken die berühmten Thun-Figuren nachmachte, zog das Bozner Unternehmen vor Gericht. Während Venedig von einem Urheberrecht für die Statuetten absah, hat das Kassationsgericht in Rom nun anders entschieden. Damit liegt der Ball wieder in Venedig.

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Foto: © D

Der Gerichtsstreit entbrannte, weil die Firma „Egan“ in den Marken billigere Kopien der Thun-Figuren herstellte und verkaufte. 

Das Bozner Unternehmen forderte daraufhin ein Urheberrecht für seine Keramik- und Holzfiguren. Ohne Erfolg: Das Berufungsgericht in Venedig entschied im Jahr 2012, dass kein Plagiat vorliegen würde. Die Begründung: Serien-Produkte wie die Thun-Statuetten würden kein „copyright“ verdienen, da sie zwar dekorativ und ästhetisch, aber ohne jeglichen künstlerischen Wert seien.

Das sah das Kassationsgericht in Rom nun anders: Dort sprach man den seriell hergestellten Figuren sehr wohl einen künstlerischen Wert zu - und schickte die Akten zurück nach Venedig. 

Dort muss das Oberlandesgericht nun in der Causa Thun neu entscheiden. Für die Firma in den Marken ist das nächste Urteil ohne Belang: Sie ist mittlerweile in Konkurs gegangen.

stol

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