Freitag, 22. April 2022

Tigermücke: Ab sofort mit Vorsorge beginnen

Um die Ausbreitung der Tigermücke in den Sommermonaten einzudämmen, müssen schon jetzt kleine Wasseransammlungen im Freien vermieden werden, informiert die Landesumweltagentur.

Die Tigermücke ist für die meisten Personen die reinste Plage. - Foto: © Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz/Edith Bucher

Die Tigermücke breitet sich in Südtirol mehr und mehr aus. Das zeigen die Untersuchungsergebnisse des Biologischen Labors der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz, das diese Stechmücke seit 2013 zwischen Mai und Oktober beobachtet. „In den letzten Jahren hat sich die mittlere Anzahl an Eiern in den aufgestellten Eiablagefallen beinahe verzehnfacht“, erklärt die Direktorin des Biologischen Labors, Alberta Stenico. In den Haupttallagen von Meran bis Salurn, im Unterland und im Eisacktal bis Vahrn scheint die mittlere Anzahl an Eiern in den Eiablagefallen seit 2019 stabil.

Kein Wasser, keine Mücken!

Um einer Tigermückenplage in der warmen Jahreszeit vorzubeugen, muss schon jetzt im Frühling mit der Vorsorge begonnen werden. „Ob auf Balkonen, in Innenhöfen, Gärten, Friedhöfen oder Parkanlagen: Von Mai bis Oktober ist jede kleinste Wasseransammlung im Freien unbedingt zu vermeiden“, unterstreicht Umweltlandesrat Giuliano Vettorato.

Denn die Tigermücke legt ihre Eier in unmittelbarer Nähe kleiner, stehender Wassermengen ab. „Nach dem Schlüpfen bewegen sich die Larven ins Wasser, wo sie sich über verschiedene Stadien hinweg zur ausgewachsenen Tigermücke entwickeln“, informiert Filippo Cassina, Techniker des Biologischen Labors. „Eine im Frühjahr geborene Tigermücke kann im Laufe eines Sommers zahlreiche Generationen von Tigermücken hervorbringen.“

Wasseransammlungen vermeiden

Alle sind daher aufgerufen, vorbeugende Maßnahmen zu setzen, erklärt die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz. Es gelte, mögliche Brutstellen zu beseitigen: Besonders ist darauf zu achten, dass Pflanzenuntertöpfe ausgeleert, Gießkannen und Eimer mit der Öffnung nach unten abgestellt und Vogeltränken und Wasserschüsseln für Haustiere nicht stehengelassen werden. Auch Plantschbecken sind zu entleeren und Kinderspielzeug sollte nicht im Freien liegen gelassen werden, da es sich mit Regenwasser füllen könnte.

Dasselbe gilt für alte Flaschen, Dosen, Gläser und Plastiktüten, die korrekt zu entsorgen sind. Weiters empfiehlt es sich, Beregnungstrommeln regelmäßig zu entleeren, hermetisch zu verschließen oder mit einem Mückennetz zu versehen sowie Rinnen und Schächte zu säubern und Abdeckplanen zu spannen, damit Regenwasser ungehindert abfließen kann. Autoreifen sollten nicht im Freien gelagert werden. Auf Friedhöfen müssen Behälter und Vasen regelmäßig entleert werden.

„Wichtig ist, dass die kleinen Wasseransammlungen nicht in Straßenrinnen oder -schächten, sondern nur auf unversiegelten Flächen entleert werden“, betont Amtsdirektorin Alberta Stenico. „Andernfalls würden Tigermückenlarven, die sich bereits im Wasser befinden und schwer zu erkennen sind, weitere Wassermengen erreichen und so zur Ausbreitung der Tigermücke noch weiter beitragen.“

Larvizide richtig verwenden

Überall dort, wo sich Wasseransammlungen nicht vermeiden lassen (zum Beispiel in Straßenabläufen, Gullys, Schächten, Regenwassereinläufen), ist es nötig, von Mai bis Oktober regelmäßig Larvizide, Larven abtötende Produkte, zu verwenden. „Dabei handelt es sich um chemische oder biologische Substanzen, die die Entwicklung der Larven unterbinden“, erklärt Alberta Stenico.

„Sie wirken von einer bis zu vier Wochen und müssen mit der nötigen Vorsicht eingesetzt werden. Die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz empfiehlt, beim Einsatz der Larvizide die Gebrauchsanweisung genau zu berücksichtigen.“

Damit die Behandlung wirksam ist, sind die Larvizide im gesamten städtischen Raum gezielt einzusetzen. Die Gemeindeverwaltung ist für die Behandlung auf öffentlichen Flächen zuständig, während sich auf privatem Grund die Eigentümer bzw. Verwalter von Mehrfamilienhäusern darum kümmern müssen.

„Vorsorge-Maßnahmen greifen nur, wenn wir alle gemeinsam unseren Beitrag leisten“, ist Landesrat Giuliano Vettortato überzeugt. „Ohne aktive Mitarbeit der Bevölkerung reichen die Maßnahmen der Gemeindeverwaltungen auf öffentlichem Grund nicht aus, um die Entwicklung der Tigermücken zu unterbinden.“

lpa

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