Montag, 15. Juni 2015

Tiroler Landesfahne angezündet: "Wir werden sie ersetzen"

Sie hatten sich so viel Mühe gegeben, eigens einen neuen Fahrenmasten geschweißt und die Tiroler Landesfahne zum Herz-Jesu-Feiertag oberhalb von Leifers gehisst. Doch am Montagmorgen war diese nicht mehr da. Schlimmer noch ...

Die Fahne wurde abgenommen und angezündet. Foto: Schützen Leifers
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Die Fahne wurde abgenommen und angezündet. Foto: Schützen Leifers

Seit Wochen war die Schützenkompanie Leifers mit ihrem neuen Fahnenmasten beschäftigt. Aus mehreren Stahlrohren wurden zwei Teile zusammengeschweißt und lackiert. Am Gampnerknott, oberhalb von Leifers, hinter dem Kreuz, wurde ein Fundament ausgehoben und gegossen. 

"Am vergangenen Wochenende war es dann so weit. Mit 20 Mann wurden die zwei Teile zum Aufstellpunkt gebracht und am Samstagvormittag mit Muskelkraft und Seilzug emporgehoben. 18 Meter ragt der Fahnenmast nun in die Höhe, von fast ganz Leifers aus sichtbar", berichtet die Schützenkompanie Leifers.

Zu den Herz-Jesu-Feierlichkeiten wurde schließlich die 12 Meter lange und 2,80 Meter breite Tiroler Fahne gehisst, die von der bisherigen Gemeinderatspräsidentin Sieglinde Fauster gestiftet worden war.

 

Die Fahne wurde abgenommen und angezündet. Foto: Schützen Leifers

 

Am Montagmorgen der Schock für die Schützen: Der Mast war leer.

"Nach einem Lokalaugenschein stand fest, was geschehen war", so die Kompanie. In der Nacht von Sonntag auf Montag sei das mit einem Schloss gesicherte Stahlseil durchgeschnitten, die Fahne zu Boden gelassen und anschließend angezündet worden.

"Nur einige verbrannte Fetzen blieben zurück. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur", so die Schützen verbittert.

Die Carabinieri von Leifers ermitteln. Entgegen anders lautenden Informationen, es solle bereits zwei Verdächtige geben, haben die Carabinieri keine konkreten Spuren.

Südtiroler Schützenbund reagiert: Liebe zur Heimat bleibt

"Und wenn verblendete Chaoten noch so viele Tiroler Fahnen schänden, unsere Liebe zur Heimat bleibt – und die werden wir auch in Zukunft zeigen", so Landeskommandant Elmar Thaler. Der Südtiroler Schützenbund sprach seinen Kameraden von der Schützenkompanie Leifers seine volle Solidarität aus. 

Der Schützenbund werde die Fahne ersetzen.

"Es bleibt zu hoffen, dass der neue Bürgermeister Bianchi so schnell als möglich geeignete Mittel und Wege findet, diesen Vandalenakt aus der Welt zu schaffen und dafür zu sorgen, dass die Leiferer Schützen und mit ihnen alle deutschen Leiferer Vereine von solchen Zuständen in Zukunft verschont bleiben", so Thaler.

Heimatbund spricht von politischer Straftat von Ewiggestrigen

Auch der Südtiroler Heimatbund bot eine Kostenübernahme für den Ersatz der geschändete Fahne in Leifers an. "Die Tatsache, dass nicht nur das Fahnenseil zerschnitten wurde, sondern auch noch die Fahne verbrannt wurde, ist Beweis dafür, dass es sich hier um eine politische Straftat handelt", schreibt Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes.

Anscheinend könnten es einige Ewiggestrige noch immer nicht verkraften, dass in Südtirol die Landesfahne als Bekenntnis zur Heimat nunmehr ohne Einschränkungen ausgehängt werden könne, so Lang. Sepp Kerschbaumer sei wegen des Hissens von Tiroler Fahnen vor Gericht gestellt und eingesperrt worden. In den sechziger Jahren stellte dies eine Straftat dar.  

"Gottseidank haben sich aber die Zeiten geändert. Heute ist die weiß-rote Fahne neben jener Nord- und Osttirols wieder auch jene Südtirols und kann jederzeit gezeigt werden", so der Obmann des Südtiroler Heimatbundes.

stol/ker

stol