Montag, 02. November 2015

Transparenz in der Sanität ist selbstverständlich, ABER ...

Transparenz im Südtiroler Sanitätsbetrieb muss selbstverständlich sein. So klingt es, wenn sich Generaldirektor Thomas Schael zum ersten Tag der Transparenz äußert. Da das Gebot der Offenheit aber oft mit dem Schutz der Daten kollidiert, wird die Umsetzung alles andere als einfach - und die offenen Bekundungen könnten sich von Fall zu Fall als Farce herausstellen.

Beim Tag der Transparenz: Generaldirektor Thomas Schale, Verwaltungsdirektor Marco Cappello, Britta Venturino, Amtsdirektorin des Rechtsamtes für Verwaltungsstreitsachen und Versicherungen im Südtiroler Sanitätsbetrieb, Sabrina Stacchetti, Mitarbeiterin der Verwaltungsdirektion, und Lukas Raffl, Verantwortlicher für Abteilung Kommunikation, Marketing und Bürgeranliegen.
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Beim Tag der Transparenz: Generaldirektor Thomas Schale, Verwaltungsdirektor Marco Cappello, Britta Venturino, Amtsdirektorin des Rechtsamtes für Verwaltungsstreitsachen und Versicherungen im Südtiroler Sanitätsbetrieb, Sabrina Stacchetti, Mitarbeiterin der Verwaltungsdirektion, und Lukas Raffl, Verantwortlicher für Abteilung Kommunikation, Marketing und Bürgeranliegen.

Transparenz und Integrität, Antikorruption und Privacy - so die Schlagwörter beim ersten Tag der Transparenz in der Geschichte des Südtiroler Sanitätbetriebes am Montag.

Die Bestimmungen laut Gesetzesdekret 33/2013 zur „Neuordnung der Vorgaben betreffend die Publikationspflichten, der Transparenz und der Verbreitung der Informationen seitens der öffentlichen Verwaltungen“ sind schuld daran, dass der Sanitätsbetrieb sich jetzt mit der Offenlegung von Daten - allen voran der Geldflüsse - beschäftigen muss. 

So viel Information wie möglich?

„Transparenz“, tönte Generaldirektor Thomas Schael am Montag also, „darf nicht nur als Fassade dienen, sondern muss selbstverständlich sein." Als Verwalter sei man verpflichtet, den steuerzahlenden Bürgern soviel Information wie möglich zur Verfügung zu stellen, so Schael.

Denn dann kommt auch schon die größte Schranke zum Tragen: Denn das Gebot der Offenheit gegenüber den Bürgern kollidiert öfters mit den gesetzlichen Privacy-Bestimmungen, als den "Aufdeckern" lieb ist. Das weiß auch Schael. Doch "das darf auf keinen Fall als Alibi dienen, die Pflicht zu einer transparenten Verwaltung außer Acht zu lassen", sagte der Generaldirektor dazu. 

Was aber übrig bleibt, von der Transparenz- und Antikorruptionsinitiative, wird sich zeigen. 

Von Fall zu Fall entscheiden

Denn intern weiß man nur zu gut, dass es "eine große Herausforderung ist, die strengen Privacy-Bestimmungen mit den Transparenzbestimmungen in Einklang zu bringen". Das stellt auch Lukas Raffl, Verantwortlicher der Abteilung Kommunikation, Marketing und Bürgeranliegen, klar. Oftmals gelte es in diesem Zusammenhang, eine Analyse von Fall zu Fall zu erstellen.

Was die Verwaltung betrifft, gibt es aber bereits einen Online-Zugang, wo Wettbewerbe, Maßnahmen, Kontrollen, Ausschreibungen und Verträge sowie die Gehälter der Führungspersonen unter der Sektion “Transparente Verwaltung” eingesehen werden können. 

stol/ker

stol