Dienstag, 05. Januar 2016

Traunsee: Die grausigen Erkenntnisse der Ermittler

Im Fall der zwei im Traunsee entdeckten Leichen gehen die Ermittler von einem erweiterten Selbstmord aus.

Der Einsatzleiter der Kriminalabteilung des Landesgendarmeriekommandos Oberösterreich Erwin Kepic
Der Einsatzleiter der Kriminalabteilung des Landesgendarmeriekommandos Oberösterreich Erwin Kepic - Foto: © APA

Laut Gerichtsmedizin wurde die Frau erdrosselt, zerstückelt und in Koffer verpackt im See versenkt.

Der Mann ist ertrunken. Er dürfte – mit zwei schweren Taschen am Handgelenk – selbst ins Wasser gesprungen sein. Grausiges Detail: Der Kopf der Frau war in einen Betonklotz eingemauert.

Noch viele offene Fragen

In einer Pressekonferenz am Dienstag gaben die Ermittler einen Überblick über ihre bisherigen Ergebnisse, ließen aber vieles noch unbeantwortet. Unklar ist etwa, wo die Frau umgebracht und zerstückelt wurde, und wie der Mann samt den Koffern mit den Leichenteilen und Steinen an den See gekommen ist.

„Ein Fahrzeug war im Spiel, das ist noch eine der offenen Fragen“, so Landeskriminalamtsleiter Gottfried Mitterlehner, bisher sei aber keines ausgemacht worden, ebenso wenig andere Spuren am Ufer.

Ebenso unklar sei die Identität der Toten. Ob persönliche Dokumente gefunden wurden, wollte er allerdings aus „grundsätzlichen Überlegungen“ nicht beantworten.

Was bisher geschah

Sonntagmittag hatte ein Anrainer einen Koffer mit Leichenteilen im See entdeckt, am späten Nachmittag witterte ein Polizeihund einen weiteren. Die gerichtsmedizinische Untersuchung ergab, dass die Überreste zu einer Frau zwischen 50 und – eher – 70 Jahren gehören. Es fehlte allerdings der Kopf.

Am Montag stießen Cobra-Taucher dann unweit der ersten beiden Fundstellen auf ein weiteres Gepäckstück. Darin befand sich, in Beton eingegossen, der Kopf. Zudem holten sie die Leiche eines Mannes aus dem rund fünf Meter tiefen Wasser am Ende eines Steges.

An seinen Handgelenken waren mit Kabelbindern zwei Taschen befestigt, in denen sich „handelsübliche Granit-Leistensteine“ und „persönliche Utensilien“ befanden. Er war augenscheinlich in ähnlichem Alter wie die Frau.

„In erster Linie ist an einen erweiterten Selbstmord zu denken“, schlussfolgerte Staatsanwältin Birgit Ahamer.

apa

stol