Donnerstag, 01. Oktober 2020

Treffen der Jugenddienste: Bedürfnisse von jungen Menschen im Mittelpunkt

Das vor Kurzem stattgefundene Geschäftsführer-Treffen der Jugenddienste diente den 20 Jugenddiensten dazu, einen Blick auf die vergangenen sowie bevorstehenden Monate zu werfen. Im Mittelpunkt der Überlegungen der Geschäftsführer stand die Herausforderung trotz Sicherheitsrichtlinien den bestmöglichsten Rahmen zu schaffen, um junge Menschen zu unterstützen und zu begleiten sowie die abgeschlossenen Sommerprojekte mit über 6000 Teilnehmenden und die Gemeinderatswahlen.

Die Bedürfnisse von Kinder und Jugendlichen stehen im MIttelpunkt.
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Die Bedürfnisse von Kinder und Jugendlichen stehen im MIttelpunkt. - Foto: © agjd
Soziale Kontakte und Interaktionen

Ein zentrales Kennzeichen der Jugendarbeit ist, dass sie in all ihren Handlungsfeldern und Räumen auf soziale Kontakte und Interaktion (auf)baut. Durch hohes Engagement, Flexibilität und Kreativität der Jugenddienste konnten Kontakte und Beziehungen zu jungen Menschen, Netzwerkpartner, Verantwortungsträger und Experten auch während des Lockdowns gepflegt werden. Nichtsdestotrotz ist auf lange Sicht unmittelbarer Kontakt unumgänglich.

Nun gilt es den Grundauftrag der Jugenddienste unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften zu erfüllen: Vor Ort den bestmöglichen Rahmen zu schaffen, um junge Menschen dahingehend zu unterstützen, dass diese selbstbestimmt und mitverantwortlich ihr Leben und die demokratische Gesellschaft gestalten können. Thema waren nicht nur die Gemeinderatswahlen und die vielfältigen Aspekte von Jugendpolitik auf verschiedenen Ebenen. Auch Möglichkeiten und Grenzen der „Wiederöffnung“ von begleiteten und selbstverwalteten Jugendräumen unter Beachtung der Schutzmaßnahmen wurden besprochen. Genauso wie die finanzielle Absicherung und Erwartungen sowie Befürchtungen für die Zukunft der Jugendarbeit, die Wichtigkeit der Vernetzung und der Mehraufwand im Bereich Verwaltung.

Sommerprojekte als Freiraum für junge Menschen

Ein besonderer Blick wurde auf die Sommerprojekte geworfen, welche vielerorts von den Jugenddiensten organisiert werden. Der Weg von der Planung bis zur Durchführung war dieses Jahr nicht einfach: Die Richtlinien für Sommerprojekte wurden aufgrund der sich stetig ändernden Situation ständig angepasst, was wiederum für Planungsschwierigkeiten sorgte. Die bereits geplanten Sommerprogramme mussten ständig adaptiert werden, Sicherheitsmaterialien angekauft werden, Mitarbeitenden eingeschult und informiert werden. Die ehrenamtliche Vorstände mussten die Verantwortung für die Sommerprojekte mit vielen Fragezeichen übernehmen, so der Tenor der Jugenddienste.



Antriebsfeder der Jugenddienste war die Möglichkeit die Sommerprojekte trotz allen Sicherheitsmaßnahmen als Freiraum für junge Menschen zu gestalten und die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt zu stellen. Rückblickend kann gesagt werden, dass die Unsicherheiten in der Planungsphase sehr ressourcenintensiv waren, jedoch konnten die Augen von mehr als 6000 Kinder zum Leuchten gebracht werden, über 500 junge Menschen bekamen einen Sommerjob, Eltern konnten entlastet werden .



Die Grundlage hierfür war ein enger Austausch mit Landesrätin Waltraud Deeg und der Familienagentur auf Landesebene und mit den politischen Verantwortlichen in den Gemeinden. Ebenso notwendig war ein enormer Einsatz der Mitarbeitenden der Jugenddienste, aber auch das Netzwerken und die Zusammenarbeit von vielen anderen. Mit Blick auf die Bedürfnisse der jungen Menschen und gemeinsam am selben Strang ziehen von Vielen konnte diese Mammutaufgabe bewältigt werden.

Junge Menschen als aktive und eigenverantwortliche Subjekte der Gesellschaft

Auch für die Jugenddienste heißt es neue Wege zu finden, um weiterhin Motor von Prozessen in der Regionalentwicklung der Jugendarbeit zu sein. Dabei entstehen an vielen Orten neue Ansätze und wertvolle Methoden, Verfahren und auch Richtlinien – vielfach digital, aber nicht nur. Austausch und Vernetzung ist nun umso wichtiger.

Junge Menschen stehen bei allen Überlegungen im Mittelpunkt, denn trotz allen Einschränkungen und Vorgaben sind junge Menschen keine zu beschulenden oder zu betreuenden Objekte, sondern aktive und eigenverantwortliche Subjekte der Gesellschaft, die ein Recht auf Teilhabe und Mitbestimmung ihrer Lebensrealitäten haben.

Was ist die AGJD?

Die Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste (AGJD) ist der Zusammenschluss der 18 Jugenddienste Südtirols, des Nëus Jëuni Gherdëina und des Jugendbüros Passeier: Unser zentrales Anliegen diese Einrichtungen in ihrer Tätigkeit zu unterstützen. Wir verbinden die Jugenddienste zu einem landesweiten Netzwerk.

Die Jugenddienste Südtirols als Fachstellen zur Förderung der Jugendarbeit verstehen sich als Motor von Prozessen in der Regionalentwicklung im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Die Jugenddienste fördern (begleiten) die Kinder- und Jugendarbeit subsidiär und partizipativ. Die Jugenddienste sind somit Ansprechpartner für alle Akteure, welche in der soziokulturellen, bildungsmäßigen und freizeitorientierten Jugendarbeit tätig sind. Bei den Akteure handelt es sich um ehrenamtlich, freiwillig, hauptamtlich oder beruflich tätige Verantwortungstragende.

Die Jugenddienste tragen jeden Tag ein Stückchen dazu bei, um ihrer gemeinsamen Vision näher zu kommen: Dass junge Menschen sich zu mündigen Persönlichkeiten entwickeln, deren zunehmende Selbstbestimmung und soziale Haltung sich im verantwortungsbewussten Handeln in der Gesellschaft widerspiegeln. Mehr Infos gibt's auf der Webseite der AGJD.

stol