Freitag, 09. März 2018

Trentino: 150.000 Liter Schaumwein beschlagnahmt

Noch schnell die Schäfchen ins Trockene bringen: So der Plan der Besitzer einer bekannten Trentiner Kellerei, die vor der Bankrotterklärung noch rund 200.000 Flaschen hochwertigen DOC-Schaumweins aus dem Lager abtransportieren ließen. Die Finanzpolizei kam den Betrügern jedoch auf die Schliche.

Die Beamten der Finanzpolizei beschlagnahmten rund 200.000 Flaschen hochwertigen Schaumweins. - Foto: Finanzpolizei
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Die Beamten der Finanzpolizei beschlagnahmten rund 200.000 Flaschen hochwertigen Schaumweins. - Foto: Finanzpolizei

Der bekannte Trentiner Weinhersteller hatte bereits Ende 2017 Bankrott angemeldet. Daraufhin wurde von der Staatsanwaltschaft in Trient ein Verwalter eingesetzt, der den Verkauf des Lagerbestandes übernehmen und mit dem Erlös die Gläubiger bezahlen sollte.

Die Besitzer der Kellerei hatten jedoch andere Pläne: Kurz bevor sie den Bankrott anmeldeten, gründeten sie eine Gesellschaft, mit der ein gefälschter Pachtvertrag der Firma ausgehandelt wurde.

So konnten die Unternehmer einen Großteil des Schaumweins, rund 150.000 Liter, aus ihren Filialen abtransportieren, bevor er in den Bankrott mit einberechnet wurde. Somit wurde der Wert der Firma im Zuge des Bankrotts geschmälert und der Erlös für die Gläubiger wäre deutlich niedriger ausgefallen.

Die Finanzpolizei kam dem Betrug dank der genauen Sichtung der Lagerlisten sowie von Straßenkontrollen auf die Schliche. So konnten sie rund 200.000 Flaschen des hochwertigen DOC-Schaumweins im Wert von mehr als 1,5 Millionen Euro beschlagnahmen. Der Wein war noch als „Basiswein“ in der Verfeinerungs-Phase klassifiziert. Die Flaschen wurden dem Verwalter übergeben.

Insgesamt wird 8 Personen betrügerischer Bankrott vorgeworfen. bei einer Verurteilung drohen bis zu 10 Jahre Haft.

stol/liz

stol