Freitag, 19. Juni 2020

Treuer Partner für Südtiroler in Not

Bis jetzt wegen der Coronavirus-Krise leider untergegangen ist ein besonderes Jubiläum: Der Bäuerliche Notstandsfonds (BNF) „Menschen helfen“ ist 30 Jahre alt.

Auf den BNF-Notstandsfonds ist Verlass (von links): Karin Höller, Leopold Kager, Gertraud Gemassmer, Paul Steger, Sepp Dariz, David Hofer, Vizeobfrau Monika Brigl, Georg Reden (hinten) und Katherina Mittermair.
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Auf den BNF-Notstandsfonds ist Verlass (von links): Karin Höller, Leopold Kager, Gertraud Gemassmer, Paul Steger, Sepp Dariz, David Hofer, Vizeobfrau Monika Brigl, Georg Reden (hinten) und Katherina Mittermair.
„Seit der Gründung habe ich viele Male gesehen, dass sich das Leben innerhalb kürzester Zeit verändern kann, dass Pläne und Vorsätze schnell zunichte sein können“, berichtet Sepp Dariz: Seit den Anfängen dieser Hilfsorganisation ist er deren umsichtiger Obmann.

Über die Landwirtschaft ist der Algunder zum BNF gekommen, der am 15. März 1990 von Bauernbund, Bauernjugend und Bäuerinnen gegründet wurde. „Ich war für den Bauernbund bei der Gründung mit dabei“, blickt Sepp Dariz zurück. „Und der Notar sagte schon beim Gründungsakt Herr Präsident zu mir, obwohl damals noch keine Funktionen vergeben waren.“ Und es kam dann auch so: Sepp Dariz wurde zum Obmann bestellt und ist es bis heute geblieben. Wer in Südtirol über den Notstandsfonds spricht, nennt im selben Atemzug auch Dariz.
Rosa Debiasi, Rosi Gamper, Anni Haller, Franz Hochrainer, Leopold Kager, Rupert Mayr, Rosa Viehweider und Antonia Weissteiner unterzeichneten neben Dariz den Gründungsakt. Ziel sei es von Anfang an gewesen, bäuerlichen und auch nicht-bäuerlichen Familien zu helfen, die unverschuldet in Not geraten sind, sagt der Obmann.

Etwa 20 Millionen Euro an Spenden eingegangen

Zwischen 1990 und 2019 verzeichnete der Notstandsfonds Spendeneinnahmen von insgesamt etwa 20 Millionen Euro: Im Gründungsjahr gingen 24.500 Euro an Spenden ein, im Vorjahr waren es mehr als 1,56 Millionen Euro. Der BNF-Vorstand traf sich im genannten Zeitraum zu 319 Sitzungen, bei denen 2852 Ansuchen um Unterstützung behandelt wurden: 2308 Anfragen bäuerlicher und 544 nicht-bäuerlicher Familien. Davon mussten 386 Ansuchen abgelehnt werden, weil sie nicht die Voraussetzung für eine gerechtfertigte Unterstützung erfüllten.

„Wir achten sehr darauf, dass jeder Cent an Unterstützung mit Bedacht zur Verfügung gestellt wird, was wir natürlich auch unseren vielen Spendern schuldig sind“, betont BNF-Obmann Sepp Dariz. Zwischen 1990 und dem vergangenen Jahr wurden mehr als 19 Millionen Euro an Unterstützung ausgezahlt.

„Wir können zum Beispiel einen bei einem Arbeitsunfall tödlich verunglückten Familienvater nicht wieder zurückbringen“, betont der Chef des Notstandsfonds. „Wir können aber eine von einem Schicksalsschlag getroffene Familie zumindest finanziell auffangen, denn vielfach belasten die Hinterbliebenen neben dem Verlust auch noch finanzielle Sorgen.“

Familien nach Brandfall unterstützen

Der Bäuerliche Notstandsfonds „Menschen helfen“ unterstützt unter anderem auch in Not geratene Familie nach einem Brandfall. „Uns ist es immer wichtig, die Leute nicht nur einmalig zu unterstützen, sondern sie zu begleiten, bis sie wieder auf den eigenen Beinen stehen können, und das kann oft Jahre dauern“, berichtet Dariz, der den Einsatz seiner gewesenen und amtierenden Vorstandskollegen in den 3 Jahrzehnten lobt.

Weiters sind seit dem Jahr 2000 4,34 Millionen Euro in Form von Krediten über das Unterstützungsprojekt „Ethical Banking“ in Zusammenarbeit mit der Raiffeisenkasse Bozen und anderen Südtiroler Raikas vergeben worden. „Über dieses Projekt sind günstige Kredite beispielsweise für den Wiederbau nach einem Brand möglich“, sagt er. Dariz dankt allen, die dem BNF in den vergangenen 30 Jahren geholfen haben, Menschen in Not zu unterstützen, mit Spenden, Beiträgen und Aktionen, um Geld zu sammeln.

Stolz ist er darauf, dass bis heute jeder Cent aus Spenden bei Notleidenden angekommen ist. Dank des Landes und der Einnahmen aus den 5 Promille der Einkommenssteuer können die laufenden Kosten gedeckt werden. „Wir hoffen weiterhin auf das Vertrauen aller Unterstützer“, betont Dariz.



fm