Freitag, 04. August 2017

Tropennächte in Bozen

Südtirol ächzt unter der afrikanischen Hitzewelle: In der Landeshauptstadt ist die Temperatur selbst nachts bereits zum 4. Mal in Folge nicht unter 20 Grad Celsius gesunken.

Derzeit sind die Nächte in Bozen kaum auszuhalten.
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Derzeit sind die Nächte in Bozen kaum auszuhalten. - Foto: © shutterstock

Insgesamt wurden im laufenden Sommer 11 Tropennächte (mit Temperaturen nicht unter 20 Grad Celsius, A.d.R.) in Bozen gemessen.

„Der Tiefstwert ist in diesen Nächten nicht unter 22 Grad Celsius gesunken“, weiß Landesmeteorologe Dieter Peterlin. Diese Woche war aufgrund eines afrikanischen Hochs besonders heiß: Bozen musste 4 Tropennächte in Folge erdulden.

„Eine einzige Tropennacht verursacht mehr Belastung als drei Tage mit über 30 Grad“, so Peterlin.

Besser geht es den Ortschaften in den höheren Tälern: Hier sind zwar die Tage heiß, die Nächte kühlen jedoch ab. „Schlanders und Brixen verzeichnen nur selten Tropennächte, in Bruneck gab es die überhaut noch nie“, berichtet der Wetterexperte.

Am Freitagnachmittag steht Südtirol der bisher heißeste Tag bevor, mit Temperaturen rund um 37 Grad Celsius.

Vor allem Senioren von Hitze betroffen

Wichtig bei so hohen Temperaturen ist es, viel Wasser zu trinken, eher kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen und körperliche Anstrengung im Freien wenn möglich zu vermeiden. Auch sollte man sich während der heißesten Tageszeit am frühen Nachmittag nicht zu lange in der Sonne aufhalten.

Wie der Südtiroler Sanitätsbericht erklärt, sind es vor allem ältere Personen, die unter der großen Hitze leiden: „Gerade ältere Personen trinken oft zu wenig oder denken nicht daran, an den heißesten Tagesstunden in den Schatten zu gehen“, so der stellv. Sanitätsdirektor Roland Döcker.

„Manchmal kommt es deshalb dazu, dass ein Schwindelanfall oder eine plötzliche Ohnmacht in der Notaufnahme vorgestellt wird, Patienten selbst und ihre Angehörigen erschrecken meist, obwohl sich in den meisten Fällen die Situation bereits nach wenigen Stunden normalisiert.“ 

Bis jetzt gebe es keinen Grund zur Panik: Der Sanitätsbetrieb sei auf jeden Fall gerüstet, auch wenn es in den nächsten Tagen zu einem natürlichen Rückgang der „Hitzeopfer“ kommen wird: Es ist nämlich Abkühlung angesagt (STOL hat berichtet). 

stol/liz

stol