Samstag, 06. Juli 2019

Unter Verdacht, Prostitution begünstigt zu haben

Christian Galeotti hätte nur mehr einen kurzen Zeitraum unter Betreuung auf Probe durch die Sozialdienste vor sich gehabt, dann wäre seine Haftstrafe abgeleistet gewesen: Doch infolge einer Anzeige, wonach er für seine Freundin „Treffen“ mit anderen Männern organisiert habe, landete er jetzt wieder hinter Gittern. Im Raum steht der Vorwurf der Begünstigung der Prostitution.

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Foto: © D

Die Verhaftung soll Galeotti sehr mitgenommen haben, er soll beteuert haben, dass die Vorhaltungen gegen ihn haltlos seien. Die weiteren Ermittlungen dienen nun dazu, den genauen Sachverhalt abzuklären. Dann wird die Staatsanwaltschaft über weitere Schritte entscheiden.

Galeotti war im Jahr 2010 am Bozner Landesgericht der Misshandlung von Tieren für schuldig befunden und zu 2 Jahren bedingter Haft verurteilt worden. Wie berichtet, betrieb Galeotti die Hundepension und -zucht „dog ranch“ in Afing.

Dort habe er laut Anklage von Staatsanwalt Guido Rispoli 23 ihm anvertraute Hunde ohne Fressen und Trinken in ihrem Kot liegen gelassen. 2 Hunde waren verendet. Auch sei in der „dog ranch“ ein Pornofilm gedreht worden. Das Urteil wurde 2012 rechtskräftig.

Da die Strafe zur Bewährung ausgesetzt war, blieb Galeotti auf freiem Fuß. In der Folge geriet er aber mehrfach ins Visier der Justiz – in den meisten Fällen wegen Betrugverdachts rund um den Verkauf von Hundewelpen. So kamen im Laufe weitere Haftstrafen hinzu.

Im Oktober 2016 musste Galeotti schließlich nach einer Strafzusammenlegung – das Gesamtstrafmaß belief sich auf 3 Jahre und 8 Monate – ins Gefängnis.

Als nun die neuen Verdachtsmomente gegen ihn auftauchten, war er nicht mehr hinter Gittern, sondern den Sozialdiensten zur Betreuung auf Probe überlassen worden. Diese ihm vorher zugestandene , alternative Form des Strafvollzugs wurde aber nach dem von U-Richter Walter Pelino erlassenen Haftbefehl vom Überwachungsgericht aufgehoben, Galeotti kam wieder ins Gefängnis.

Den Fokus der Ermittler auf Galeotti gelenkt hatte seine ehemalige Freundin. Kennengelernt hatten sie sich durch eine dritte Person, sie standen während seines Gefängnisaufenthaltes in Briefkontakt. Als er für den Vollzug der Reststrafe den Sozialdiensten überantwortet wurde, zogen die beiden zusammen.

Galeotti wird verdächtigt, die Frau dazu gebracht zu haben, sich zu prostituieren. Er soll in der Wohnung „Treffen“ mit Kunden organisiert haben. Ob er dort geblieben oder sich zurückgezogen hat, während die Männer da waren, ist noch zu klären. Am Prüfstand steht auch der Verdacht, wonach Galeotti für 2 weitere Frauen als Mittelsmann fungiert habe. Telefonabhörungen sollen darauf hinweisen.

D/rc

stol