Sonntag, 06. August 2017

Unwetter in Prags und Toblach: „Lage unter Kontrolle“

Nach den nächtlichen Unwettern im Oberpustertal ist die Lage in den vermurten Gebieten am Sonntagabend unter Kontrolle, heißt es aus dem Lagezentrum.

Der rückgestaute Toblacher See. - Foto: LPA/Forststation Toblach
Badge Local
Der rückgestaute Toblacher See. - Foto: LPA/Forststation Toblach

In Prags, das am schwersten von den Unwettern und Muren getroffen wurde, sind auch am Sonntagabend noch 140 Feuerwehrleute aus dem Bezirk Pustertal im Einsatz. Die gute Nachricht: Die Gewitter am Nachmittag haben keine neuen Schäden angerichtet.

„Die Lage ist derzeit dank der guten Zusammenarbeit zwischen Ordnungskräften, Behördenvertretern, Freiwilligen und Bewohnern unter Kontrolle“, betonte Bevölkerungsschutzlandesrat Arnold Schuler, der sich gemeinsam mit Agenturdirektor Rudolf Pollinger und Feuerwehrpräsident Wolfram Gapp einen Überblick über die Lage verschafft hatte.

Pragser können in ihren Häusern bleiben

Das Schadensausmaß an den Gebäuden und landwirtschaftlichen Flächen ist sehr groß. Schäden wurden vor allem in Schmieden bei Prags verzeichnet (STOL hat berichtet). Die Mure hatte mehrere Gebäude und landwirtschaftliche Flächen nahe der Feuerwehrhalle und der Kirche in Schmieden komplett eingemurt. In Mitleidenschaft gezogen wurden vor allem Keller und Erdgeschosse, weshalb die Betroffenen in ihren Häusern bleiben können.

Mehrere Bagger sind am Abend noch im Ortsteil Brüggele im Einsatz, um die von den Muren verlegten Straßen zu öffnen. Im Laufe des Tages konnte auch eine provisorische Zufahrt zum Hotel Brückele freigemacht werden. Das Berggasthaus Plätzwiese ist mit einem Geländewagen erreichbar. Die Rossalm hingegen ist zurzeit nur zu Fuß erreichbar. Die Stromversorgung erfolgt über Stromaggregate. 

In Welsberg haben die Gewitter am Nachmittag den Verkehr bei der Westumfahrung lahmgelegt.

Bahnlinie und Staatsstraße weiter gesperrt

In Toblach hat der Gossegraben die Straße nach Cortina übermurt und den Toblacher See rückgestaut. Um den Wasserspiegel abzusenken, verlegten die Freiwilligen Feuerwehren in Zusammenarbeit mit dem Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost der Agentur für Bevölkerungsschutz eine Umleitung.

Der Toblacher See nach den Unwettern am Samstag. - Foto: LPA/Forststation Toblach

Die Staatsstraße 51 zwischen Toblach und Cortina sowie die Bahnlinie zwischen Toblach und Innichen bleiben weiterhin gesperrt. Bis Montag wird voraussichtlich auch die Straße zum Pragser Wildsee unterbrochen bleiben.

Die Bahnlinie zwischen Toblach und Innichen bleibt gesperrt. - Foto: LPA/Forststation Toblach

lpa/stol

stol