Dienstag, 09. Januar 2018

USA: 987 Menschen von Polizeischüssen getötet

In den USA sind im vergangenen Jahr einem Bericht zufolge 987 Menschen mit Schüssen von Polizisten getötet worden. Das sei ein Anstieg um 24 im Vergleich zu 2016, berichtete die „Washington Post“ und berief sich dabei auf eine eigene Auswertung. 2015 starben demnach 995 Menschen durch Polizeikugeln.

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Eine landesweite Statistik der Behörden über solche Todesfälle gibt es in den USA nicht. Die „Washington Post“ stellt seit drei Jahren eine eigene Übersicht zusammen und wertet dafür nach eigenen Angaben lokale Medienberichte, Angaben von Sicherheitsbehörden und Datenbanken von Organisationen aus. Die Zeitung dokumentiert dabei Fälle, in denen ein Polizist im Einsatz auf einen Zivilisten geschossen und ihn getötet hat.

Der Statistik zufolge waren 68 der Getöteten im vergangenen Jahr unbewaffnet. 236 hatten eine psychische Erkrankung – das entspricht rund jedem Vierten. 457 der Opfer waren weiß, 223 schwarz. Von den getöteten Afroamerikanern waren 20 unbewaffnet.

Nach tödlichen Polizeischüssen auf unbewaffnete Schwarze kommt es immer wieder zu heftigen Protesten gegen Polizeigewalt. Besondere Aufmerksamkeit erregte der Tod des 18-jährigen Michael Brown im Jahr 2014. Der Afroamerikaner wurde in Ferguson von einem weißen Polizisten erschossen. Anschließend gab es in der Stadt im Staat Missouri tagelang Demonstrationen.

dpa

stol