Donnerstag, 26. April 2018

Vater von Alfie richtete neuen Appell an Papst

Der Vater des schwerkranken britischen Buben Alfie Evans hat einen neuen Appell an Papst Franziskus gerichtet. „Ich bitte den Papst hierherzukommen, um festzustellen, was hier passiert. Er soll sehen, wie mein Sohn Geisel dieses Krankenhauses ist. Was wir hier erdulden müssen, ist ungerecht”, sagte Thomas Evans im Interview mit dem Vatikan-Sender TV2000 am Donnerstag.

Das Medieninteresse an dem Fall Alfie ist groß. - Foto: APA (AFP)
Das Medieninteresse an dem Fall Alfie ist groß. - Foto: APA (AFP)

Nachdem die Regierung in Rom Alfie die italienische Staatsbürgerschaft gewährt habe, damit er in Italien behandelt werden könne, sei das Kind „ein Mitglied der italienischen Familie”. „Wir danken für die Solidarität und die Unterstützung, die wir in diesen Tagen erhalten haben. Danke Italien! Wir geben nicht auf. Wir haben außerordentliche Menschen kennengelernt. Der Papst steht uns zur Seite. Wir tun im Namen Gottes alles Mögliche für unser Kind”, sagte Thomas Evans.

Unterdessen wurde bekannt, dass der Vater mit den Ärzten des Alder Hey Hospitals in Liverpool über eine Verlegung seines Sohnes nach Hause verhandeln will. Er hoffe, Alfie könne innerhalb von einem oder zwei Tagen daheim sein, sagte Thomas Evans vor Reportern in Liverpool. Andernfalls erwäge er, wieder vor Gericht zu ziehen.

Der knapp zwei Jahre alte Alfie hat eine schwere neurologische Krankheit, die noch nicht klar diagnostiziert ist. Die Ärzte im Kinderkrankenhaus Alder Hey in Liverpool halten weitere lebenserhaltende Maßnahmen für sinnlos, weil die Krankheit das Gehirn des Kindes fast vollständig zerstört haben soll. Sie wollen Alfie weiteres Leiden ersparen und ihn deshalb sobald wie möglich sterben lassen. Die Eltern dagegen sind sich sicher, dass Alfie nicht leidet und wollen, dass er solange wie möglich lebt.

Der Fall fand wegen des öffentlichkeitswirksamen Engagements der Eltern weit über Großbritannien hinaus Beachtung. Mehr als 200.000 Menschen hatten die Eltern in einer Petition unterstützt. Auch Papst Franziskus setzte sich zuletzt für den kleinen Buben ein und bot eine Behandlung in einem vom Vatikan betriebenen Kinderkrankenhaus in Rom an.

apa/dpa

stol